Schlappe für Apple: Samsung darf Nexus verkaufen
Ein US-Berufungsgericht zieht das Verkaufsverbot für das Samsung-Smartphone Galaxy Nexus zurück. Die Apple-Aktie fällt daraufhin um zwei Prozent.
WASHINGTON rtr | Apple hat im Patentkrieg mit Samsung eine Niederlage kassiert. Ein US-Berufungsgericht hob am Donnerstag ein vorläufiges Verkaufsverbot für Samsungs Smartphone Galaxy Nexus auf. Für den iPhone- und iPad-Konzern ist dies ein Rückschlag im Wettbewerb mit dem an Beliebtheit stetig gewinnenden Betriebssystem Android von Google, das auf den meisten Samsung-Geräten läuft. Das untergeordnete Gericht habe seine Befugnisse überschritten, hieß es in der Begründung. Der Fall wurde zurückverwiesen.
Experten rechnen damit, dass die Aufhebung des Verkaufsverbots kaum Auswirkungen auf den Smartphonemarkt hat. Nexus ist ein älteres Modell von Samsung, die derzeit den Markt mit neuen Handys und Tablets aufmischen. Die Apple-Aktie reagierte trotzdem mit deutlichen Abschlägen und schloss zwei Prozent im Minus.
US-Juraprofessorin Colleen Chien vermutet, dass die Entscheidung es künftig für Unternehmen schwerer macht, in Patentstreitigkeiten die gegnerischen Produkte vom Markt nehmen zu lassen. Jene einstweiligen Verfügungen waren für viele Konzerne der Schlüssel, um aus den Streitigkeiten vor Gericht wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen.
Apple wollte keine Stellung nehmen. Samsung war zunächst nicht erreichbar.
Im August hatte Apple noch einen aufsehenerregenden Sieg vor Gericht gegen Samsung erstritten. Die Geschworenen sahen es nach weniger als dreitägigen Beratungen als erwiesen an, dass die Koreaner beim Design ihrer Galaxy-Handys und -Tablets zentrale Eigenschaften der Apple-Kassenschlager iPhone und iPad nachgeahmt haben. Apple wurden Schadensersatzzahlungen von rund einer Milliarde Dollar zugesprochen.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert