Beck‘s ohne Glas

Belgische Beck‘s-Mutter Interbrew verkauft den Flaschenproduzenten Nienburger Glas an die Briten

Der belgische Biergigant Interbrew, seit Anfang des Jahres Mutterkonzern der Bremer Brauerei Beck & Co., hat gestern seine Tochter Nienburger Glas verkauft: Der deutsche Glasflaschenhersteller soll künftig unter dem Dach des weltgrößten Getränkedosenherstellers Rexam arbeiten. Die britische Rexam werde Nienburger Glas inklusive Schulden für rund 108 Millionen Euro von dem belgischen Braukonzern übernehmen, teilten beide Unternehmen gestern mit.

Der Vorstandsvorsitzende von Interbrew, Hugo Powell, erklärte: „Glasverpackungen sind kein Bestandteil unserer Kernkompetenz“, und fügte hinzu: „Ich bin sicher, dass Nienburger Glas als Mitglied der Rexam Gruppe eine bessere Zukunft hat.“ Der Verkauf stehe noch unter dem Vorbehalt der Regulierungsbehörden. Zudem hätten beide Konzerne eine Liefervereinbarung für Glasverpackungen an Interbrew geschlossen. Damit sei die Kontinuität bei der Versorgung von Interbrew mit Glasverpackungen sichergestellt, teilt Interbrew mit. Rexam werde die Übernahme aus vorhandenen Mitteln finanzieren.

Nienburger Glas gilt mit seinen rund 1.270 Mitarbeitern als einer der führenden Hersteller seiner Sparte in Deutschland. Eine Sprecherin von Nienburger Glas sagte gestern, durch den neuen Eigentümer erwarte sie zunächst keine Änderungen in Nienburg. Im Sommer 2001 hatte Interbrew-Sprecher Corneel Maes noch gesagt, dass der Konzern nicht die Absicht habe, die Beck-Tochter zu verkaufen. Nienburger Glas hält nach eigenen Angaben von den umgesetzten 1,48 Milliarden Euro im Jahr 2001 einen Marktanteil von 14 Prozent.