Phönix bringt Asche

Süderelberaum erhält zwei neue Einkaufszentren: Harburg Arcaden eröffnet, Spatenstich für Phoenix-Center. 60 Prozent mehr Fläche bis 2004

von GERNOT KNÖDLER

Von Harburg sollte gestern ein Signal an alle Investoren ausgehen, die in Stade, Winsen oder Buchholz Einkaufszentren bauen wollen: Vergesst es! Denn Harburg will in den kommenden Jahren selbst zur Shopping-Mall für den südlichen Teil der Metropolregion Hamburg aufsteigen. Zwei neue Einkaufszentren werden die Einzelhandelsfläche von 64.000 Quadratmetern auf 104.000 Quadratmeter wachsen lassen: die heute früh eröffneten Harburg Arcaden und das Phoenix-Center, für das gestern der erste Spatenstich gefeiert wurde und das im Herbst 2004 eröffnet werden soll.

„Wir haben‘s klein versucht im Harburg Carree und sind kläglich gescheitert“

Die Arcaden am Rathausmarkt sollen die Fußgängerzone Lüneburger Straße mit dem Wochenmarkt verbinden. Die Essener Firma Management für Immobilien (MFI) hat 77 Millionen Euro in das Projekt mit 65 Geschäften investiert. MFI betreibt ähnliche Einkaufszentren in anderen deutschen Großstädten. Die Harburg Arcaden sind nach Auskunft des Unternehmens bereits vollständig vermietet.

Doppelt so groß wie die Arcaden wird das Phoenix Center auf dem Gelände der ehemaligen Reifenfabrik gegenüber des Bahnhofs Harburg: 120 Geschäfte sollen hier Platz haben. Es handelt sich um ein 130-Millionen-Euro-Gemeinschaftsprojekt der B&L Immobilien AG, die das Mercado gebaut hat, sowie der zur Otto-Gruppe gehörenden „ECE Projektmanagement“. Diese betreibt Dutzende Einkaufszentren in Deutschland und den östlichen Nachbarländern, in Hamburg zum Beispiel das Alstertal-Einkaufszentrum. Die ECE hat das Phoenix-Center geplant, sie wird es auch betreiben. Für 20 Prozent der Verkaufsfläche seien die Verträge bereits ausverhandelt, versichert das Unternehmen. Für weitere 50 Prozent lägen Vertragsangebote vor.

Beide Zentren sollen dazu beitragen, Harburg wieder so attraktiv zu machen wie früher. Die Investoren gehen von einem Kundenpotential zwischen 509.000 (MFI) und 560.000 Menschen (ECE) aus.

Während die Betreiber der Harburg Arcaden misstrauisch den großen Bruder Phoenix beäugen, sind dessen Planer überzeugt, dass man sich keineswegs gegenseitig die Kunden wegnehmen werde. Im Gegenteil: Der Kuchen werde wachsen, prophezeit Cornelius Liedtke von B&L. Bei den Randgemeinden Harburgs hätten sich immer mehr Projektentwickler nach Investitionsmöglichkeiten erkundigt. Und nur ein sehr großes Einkaufszentrum wie das Phoenix Center habe die Kraft, agressiv ins Umland zu greifen. „Die Arcaden hätten ohne uns keine Chance“, behauptet Liedtke: „Wir haben‘s selbst klein versucht im Harburg Carree und sind kläglich gescheitert.“

Heutzutage konkurrierten nicht mehr die Geschäfte an einem Standort miteinander, sondern die Standorte selbst, sekundiert Andreas Mattner, Geschäftsführer der ECE Consulting. Die ECE werde in diesem Sinne Werbung für Harburg machen. Außerdem will sich die ECE an der Verschönerung der Seeve-Passage beteiligen und damit die Verbindung zu den anderen Einkaufsorten in Harburg verbessern.

Noch war der erste Spatenstich für das Phoenix-Center gestern allerdings nur symbolisch: Die Arbeiter müssen erst die alten Phoenix-Hallen abreißen.