Wissenschaftler wollen wieder mit hochinfektiöser Variante des Vogelgrippevirus H5N1 arbeiten. In einem offenen Brief erklären sie das Forschungsmoratorium für beendet.

Bei einem Erpel wird untersucht, ob er sich mit dem Vogelgrippevirus infiziert hat. Bild: dpa
NEW YORK/BERLIN dpa/taz | Nach einem Jahr Unterbrechung wollen Wissenschaftler wieder an einem besonders gefährlichem Vogelgrippevirus forschen. Mit einem offenen Brief erklärten rund 40 Forscher ihre freiwillige Pause bei der Arbeit an dem Supervirus für beendet. Zu den Unterzeichnern gehört auch Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostsee-Insel Riem.
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Vor mehr als einem Jahr war in Labor-Experimenten ein sehr aggressives Virus entstanden, das sich unter Frettchen rasend schnell verbreitet hatte und viele von ihnen tötete.
Aus Angst vor Bioterrorismus hatten die Wissenschaftler um Ron Fouchier von der Erasmus-Universität in Rotterdam im Januar 2012 die zunächst nur auf 60 Tage angelegte Pause angekündigt und sie dann verlängert. Während der Forschungspause sollten Maßnahmen beschlossen werden, die verhindern, dass diese Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1 in falsche Hände gerät.
Die Ziele des Moratoriums seien in einigen Ländern bereits erreicht und in anderen kurz davor, hieß es in dem Brief, den die Wissenschaftler in den Fachmagazinen Science und Nature veröffentlichten. „Deswegen erklären wir das freiwillige Moratorium bei der Forschung an der Übertragung von Vogelgrippe für beendet.“
Das gelte allerdings nicht für die USA und amerikanisch finanzierte Studien in anderen Ländern, da dort noch keine Einigung über die weiteren Bedingungen der Forschung gefunden worden sei.
Bei zahlreichen Konferenzen sei das Thema besprochen worden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe bereits Sicherheitsrichtlinien für die weitere Forschung erstellt, heißt es in dem jetzt veröffentlichten offenen Brief.
Der H5N1-Erreger entwickle sich in der Natur weiter und könne gefährlich werden. „Wissenschaftler, die die Erlaubnis ihrer Regierungen und Institutionen haben, ihre Forschungen unter den angebrachten Sicherheitsbedingungen auszuführen, haben eine Verpflichtung gegenüber dem öffentlichen Gesundheitswesen, diese wichtige Arbeit wieder aufzunehmen.“
Wie gefährlich das Virus für den Menschen ist, wissen die Forscher noch nicht. Das Problem sei nun einmal komplex, hatte der US-Wissenschaftler Anthony Fauci kürzlich erläutert. Er leitet das Nationale Forschungsinstitut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in Bethesda.
„Zunächst einmal wissen wir bisher nur, dass das neue Virus bei Frettchen so einfach übertragbar ist. Wie das beim Menschen ist, ist ja noch gar nicht erforscht.“ Beim natürlichen Erreger sei das Risiko der Übertragung von Mensch zu Mensch sehr gering, sagt Fauci.
Aber wenn das neue Supervirus – und das vermuteten die Wissenschaftler – sich auch beim Menschen derart rasend schnell verbreiten würde, dann würde es eine enorme Gefahr darstellen.
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Leserkommentare
24.01.2013 17:15 | nimeni
Die Forscher mussten wahrscheinlich erst mal neue Honorarverträge mit den einschlägigen Rüstungsunternehmen aushandeln. Das ...