Marokko (Süd)

Programm der Reise

vom 30. März bis 14. April 2019

Straßenrestaurants am Platz Djamaa el-Fna in Marrakesch Bild: Gudrun Keller

1. Tag

Die Reisenden fliegen von verschiedenen deutschen Flughäfen früh morgens mit der portugiesischen TAP nach Lissabon und von dort gemeinsam nach Marrakesch, Ankunft gegen 15 Uhr. Transfer in unser Hotel, ein „Riad“, ein ehemaliges Wohnhaus im traditionellen Stil mit Innenhof, das in der Altstadt (Medina) liegt.

Am Nachmittag ein erster Spaziergang durch die Altstadt, auch zum Platz Djama‘a el Fna; in einem Literaturcafé können wir das Programm der nächsten Tage besprechen. Abendessen auf der Dachterrasse unseres Riads.

2. Tag

Am ersten Tag durchstreifen wir die quirlige Altstadt von Marrakesch: am Vormittag ein geführter Stadtrundgang durch die Souks und zu touristischen Highlights (Medersa Ben Youssef, Bahia-Palast) sowie zur jüdischen Synagoge in der ‘Mellah‘, dem ehemaligen Wohnviertel der Juden.

Am Nachmittag Besuch der Frauenkooperative "Femmes de Marrakesch" in der Altstadt. Die Leiterin der Kooperative wird von den Problemen der Frauen berichten, mit Textilien und Kunsthandwerk zum Familienbudget beizutragen, und sie wird erzählen, wie Designer aus Kopenhagen geholfen haben, die Produktpalette der Frauen zu modernisieren. Beim Rückweg zum Hotel können wir an einem Laden in den Souks vorbei gehen, in dem die Produkte mehrerer solcher Frauen-Kooperativen angeboten werden.

2011, im Jahr der "Arabellion", organisierte in Marokko die "Bewegung 20. Februar" acht Monate lang jeden Sonntag Demonstrationen. Bild: Archiv

Beim Abendessen im Riad treffen wir Personen, die sich der 'Bewegung des 20. Februars' 2011 verbunden fühlten, der marokkanischen Variante des Arabischen Frühlings.

3. Tag

Wir verlassen Marrakesch Richtung Süden. Zunächst geht es zu einer Farm von Heil- und Aroma-Kräuter (Bio-Aroma-Garten) im Ourika-Tal; nach einem entspannten Mittagessen im Garten fahren wir in die Berge des Hohen Atlas bis zum Tizi n’Tichka-Pass auf 2.260 Meter Höhe. Auf dem sichtbar trockeneren Südhang des Gebirges fahren wir dann bis zum Teppich-Zentrum Tazenakht.

Nach dem Einchecken in einem einfachen Hotel in Tazenakht geht es gleich weiter ins 8 km entfernte Dorf Assaka zur Teppichweberinnen-Familie Raji; dort verbringen wir den Abend im Kreis der Familie und deren Freunde, diskutieren, hören traditionelle Musik und essen auch zu Abend. Späte Rückfahrt ins Hotel nach Tazenakht.

4. Tag

Frühstück gibt es wieder im Hause der Familie Raji in Assaka. Nach einem Spaziergang durch die Felder des Dorfes treffen wir uns mit Teppichweberinnen aus dem Ort. Sie zeigen u.a., welche Pflanzen und Mineralien zum Färben der Wolle benutzt werden.

Im Gespräch mit Teppichweberinnen in Assaka, einer Gemeinde von Tazenakht Bild: Gernot Gast

Mittags brechen wir auf Richtung Zagora. In Agdz erreichen wir das Tal des Drâa-Flusses, das auf den restlichen 190 Kilometer bis M'Hamid geprägt wird von grünen Palmenoasen und rotbraunen Lehmdörfern (Ksar/Ksour) sowie einzelnen Lehmburgen (Kasbah/Kasbahs). Gleich am Anfang machen wir bei der Kasbah von Tamnougalt, einer der ältesten im Drâa-Tal, eine Mittagspause auf einer Terrasse mit herrlichem Blick über die Palmenoase.

Dann fahren wir anderthalb Stunden durch diese Landschaft aus Wüste mit Fluss, Lehmdörfern neben Palmenoasen bis nach Tissergate (8 km vor Zagora). Wir beziehen unser Hotel für die nächsten Tage am Rande der Palmenoase von Tissergate: „Le Sauvage Noble“ und essen dort zu Abend.

5. Tag

Am Vormittag unternehmen wir einen Spaziergang (ca. 4 Stunden) durch die Palmenoase auf die andere Seite des Drâa-Flusses zu einer Töpferei. Nach der Rückkehr ins „Sauvage Nobel“ ist Gelegenheit für ein Mittagessen (optional) und zum Ausruhen.

Im Palmenhain von Tissergate Bild: Claudia Salden

Am Nachmittag schauen wir uns das Ksar Tissergate näher an; u.a. besuchen wir eine Frauenkooperative, ein Projekt des Vereins „Renard bleu Touareg“, der das „Sauvage Noble“ betreibt, Empfehlenswert ist das kleine Museum im Ksar. Es zeigt sehr anschaulich die traditionelle Alltagskultur der Menschen im Drâa-Tal: Hausbau und Landwirtschaft, Sitten und Kleider, Werkzeuge und Gegenstände des Alltags. Abendessen und Übernachtung im „Sauvage Noble“ in Tissergate.

6. Tag

Am Vormittag besuchen wir zunächst das halb verfallene Ksar Amzrou kurz hinter Zagora. Als die ersten Franzosen 1929 hierher kamen, dokumentierte ein Offizier die Situation im Ort sehr genau, sodass man heute gut über das damalige Amzrou Bescheid weiß.

Wir besichtigen die alte Synagoge, die von marokkanischen Juden, die in Israel leben, restauriert wurde, und besuchen ein altes Wohnhaus, das wie ein Museum von unten bis oben vollgestopft ist mit Antiquitäten und Silber, auch Berber-Schmuck, die hier aufgearbeitet und verkauft werden.

Die Fahrt geht weiter nach Tamgroude, dem traditionellen Zentrum der Region; beim Besuch der Zaouïa Naciriya (Zentrum der Naciriya-Bruderschaft) und ihrer Bibliothek erfahren Sie mehr über die Bedeutung islamischer Bruderschaften sowie der in Marokko weit verbreiteten Verehrung von “Heiligen“ (Marabuts).

Nach einer Mittagspause fahren die Reisenden, die an der Wüstentour teilnehmen, direkt mit dem Gruppenbus weiter nach M´Hamid, wo die Straße für normale PKW's endet. Hier warten Nouaji-Nomaden mit ihren Kamelen. Die Nomaden laufen zu Fuß in der Karawane mit und führen die Kamele, auf denen die ReiseteilnehmerInnen reiten, 2-3 Stunden lang. Irgendwann errichten die Nomaden am Fuße einer Düne einen Lagerplatz mit einem großen Zelt - für's Abendessen und zum Schlafen.

Das Nachtlager in der Wüste wird aufgebaut Bild: Erika Zoike

Wer diese Wüstentour nicht mitmacht, fährt nach der Mittagspause - begleitet vom Reiseleiter - mit einem Taxi zurück nach Tissergate ins Hotel Sauvage Noble. Dort gibt es Abendessen und viel Zeit zum Ausruhen oder Spazierengehen, auch ein Besuch von Zagora ist individuell möglich, bis die anderen am folgenden Nachmittag aus der Wüste zurückkommen.

7. Tag

Die TeilnehmerInnen der Wüstentour brechen nach einem Frühstück vom Zeltlager auf, reiten auf ihren Kamelen zurück nach M´Hamid. Dort holt unser Bus die Gruppe mittags ab und fährt über Tamgroude zurück nach Tissergate zum Sauvage Noble.

Am Nachmittag kann wieder die gesamte Reisegruppe in Zagora die lokale Redaktion von „e-Joussour“ besuchen, des ersten undabhängigen Webradios Marokkos, und mit den jungen Redakteur*nnen diskutieren. Abendessen wieder im Sauvage Noble in Tissergate.

8. Tag

Wir beginnen mit der Rückfahrt, zunächst Richtung Agdz. In Tamnougalte machen wir wieder Mittagspause und haben diesmal auch Zeit, die interessante, halb renovierte „Kasbah des Caid“ zu besichtigen.

Die "Affenpfoten" im Dadès-Tal bei Tamellalt Bild: Gudrun Keller

Weiter geht es über Ouarzazate, wo gerade eine der weltgrößten Solaranlagen gebaut wird, und über Kela’a Mgouna, der Stadt der Rosen, nach Boulmane-Dadès. Hier fahren wir in den Hohen Atlas hinein, ins Tal das Dadès, bis zum kleinen Ort Tamellalt. Dort empfängt uns die Malerin Fatima Mellal (siehe franz. TV-Doku). Im Haus ihrer Familie bleiben wir die nächsten zwei Nächte, alle Essen inklusive.

9. Tag

Der Aufenthalt in Tamellalt ist Erholung pur: wer will, kann den ganzen Tag auf der Dachterrasse lesen oder individuell im Tal spazieren gehen. Fatima Mellal bietet am Vormittag einen Spaziergang durch die landwirtschaftlichen „Gärten“ des Tals zu einer kleinen Schlucht an.

Nach einem Couscous zum Mittagessen ist eine Fahrt mit unserem Bus talaufwärts möglich: es geht durch die Schlucht des Dadès und noch einige Dutzend Kilometer weiter in ein Hochtal des Hohen Atlas.

Nach dem Abendessen im Hause Mellal erleben Sie einen Berber(Amazigh)-Kultur-Abend. Moha Mallal, der Bruder von Fatima, ist ein unter Marokkos Berbern bekannter Musiker und Sänger. Er singt in Tamazight, der Sprache der Berber(Amazigh). Gemeinsam mit einem traditionellen Musiker aus Tamellalt wird er Kostproben seiner CD’s vortragen.

Fatima Mellal in ihrem Atelier Bild: Gudrun Keller

10. Tag

Nach dem Frühstück fahren wir über den Hohen Atlas zurück, über Quarzazate und den Tizi n’Tichka-Pass bis zur fruchtbaren Ebene rund um Marrakesch. Am späten Nachmittag kommen wir in Marrakesch an und beziehen ein neues Riad, wieder in der Altstadt. Beim Abendessen wird uns Jamila Hassoune Gesellschaft leisten, die früher in Kooperation mit Fatima Mernissi die „Caravane Civiques“ organisiert hat und weiterhin jedes Jahr eine Bücher-Karawane in entlegene Orte durchführt.

11. Tag

Am Vormittag Besuch der Frauengruppe „Al-Amane pour le développement des femmes“ in einem populären Viertel außerhalb der Altstadt; Halima Oulami, Gründerin und Leiterin von Al-Amane wird uns die vielfältigen Aktivitäten des Frauenzentrums vorstellen und u.a. über die Situation marokkanischer Frauen nach der Reform des Familienrechts (der „Moudaouana“) erzählen.

Der Nachmittag ist frei für individuelle Interessen; es lohnt z.B. der Besuch des Fotomuseums, das dazu einlädt, in die Geschichte von Marrakesch einzutauchen.

Zum Abendessen im Riad laden wir einen Journalisten ein.

Stuck-und Holzverzierungen einer Decke im Bahia-Palast, Marrakesch Bild: Gernot Gast

12. Tag

Vormittags Besuch des Vereins Ennahkil in einem modernen Neubaugebiet der Stadt. Die große, staatlich unterstützte NGO bietet ein ganzes Spektrum von Fördermaßnahmen, insbesondere für Frauen.

Der Nachmittag steht für individuelle Interessen zur Verfügung, z. B. für einen Besuch des „Jardin Majorelle“ oder einen ruhigen Bummel durch die Souks der Altstadt, um die letzten Souvenirs zu finden. Bei Bedarf begleitet der Reiseleiter Interessenten zu zwei Kunst-Galerien („Tindouf“ und „noir et blanc“) im modernen Teil der Stadt.

13. Tag

Am Vormittag müssen wir Abschied von Marrakesch nehmen; nach dem Frühstück fahren wir zum Flughafen. Abflug nach Lissabon ist kurz vor  12 Uhr; Ankunft in verschiedenen deutschen Flughäfen zwischen 19 und 22.45 Uhr.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 13.7.2018

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.