Virtuelle Lehre ab dem Jahr 2003

Freie Universität entwickelt fachübergreifendes Curriculum für den Onlinestudiengang „New Economy“

Die traditionell strukturierten Studiengänge der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften sowie der Informatik werden den neuen Anforderungen der „New Economy“ kaum noch gerecht. Um Studierende dieser Fächer auf die neuen Anforderungen in Firmen und Märkten im virtuellen Raum vorzubereiten, plant die Freie Universität (FU) ein neues Projekt. Professor Axel Zerdick von der FU wird zusammen mit zahlreichen weiteren Hochschulen bis zum Jahr 2003 einen komplett neuen Onlinestudiengang initiieren. Studierenden soll die Möglichkeit gegeben werden, sich durch interdisziplinären Austausch gezielt auf die Teilnahme an der New Economy vorzubereiten. Das Ziel: eine Ausbildung zu erhalten, die Fach- und Problemlösungskompetenzen der beteiligten Studiengänge organisch verknüpft und „online“ absolviert werden kann.

Bisher beschränkten sich universitäre Angebote zumeist auf vertiefende Weiterbildung innerhalb der jeweiligen Disziplin. Doch gerade weil sich Wertschöpfungsformen innerhalb der New Economy deutlich von traditioneller Wirtschaftsproduktion unterscheiden, ist ein Verharren in etablierten Wissensstrukturen und Fachkompetenzen nicht ausreichend. Um diesen Vorhaben umzusetzen, wird das Curriculum aus jeweils eigenständigen Modulen aufgebaut, die von den einzelnen Partneruniversitäten gemäß ihren Fachkompetenzen gestaltet und betreut werden.

Das Lehrmaterial ist in Präsenzlehre, Übungsbetrieb und Fernstudium einsetzbar und individuell nutzbar. Dabei soll der Bezug zur Praxis hergestellt werden, indem die Lernenden auf der Basis praktischer Fallbeispiele rechnerunterstützt Problemfälle analysieren und dazu Lösungen erarbeiten. Außerdem ist ein virtuelles Labor geplant, in dem die Konzepte aus der Theorie experimentell erprobt werden können.

Um Studierenden eine möglichst breite und durch die Form bereits praxisorientierte Ausbildung zu ermöglichen, soll langfristig die komplett virtuelle Bearbeitung von Lerninhalten angestrebt werden. Dies würde auch die Möglichkeit von Online-Prüfungen mit einschließen. Für die technische Verfügbarkeit und Pflege der Software konnte das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin gewonnen werden.