Die Lage vor Nordkorea eskaliert offenbar: Nach Kampfjets haben die USA inzwischen auch ein Kriegsschiff in die Region geschickt. Auch der Ton aus Südkorea wird schärfer.

Nicht das erste Mal vor Ort: Der Zerstörer USS McCain in Südkorea (Archivbild). Bild: ap
SEOUL dpa | Angesichts immer neuer Kriegsdrohungen Nordkoreas verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region. Neben hochmodernen Kampfflugzeugen mit Tarnkappentechnik schickt Washington Medienberichten zufolge auch den Zerstörer USS John S. McCain ins Konfliktgebiet. Zudem solle ein schwimmendes Überwachungsradar näher an die nordkoreanische Küste herangebracht werden.
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Trotz der aggressiven Töne aus Pjöngjang sieht Washington aber keine unmittelbare Gefahr eines Angriffs. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass Nordkoreas Führung die Truppen mobilisiere oder aufmarschieren lasse, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Montag.
Unterdessen warnte Südkorea den kommunistischen Norden in deutlicher Form vor möglichen Angriffen. Präsidentin Park Geun Hye wies die Streitkräfte am Montag an, auf militärische Provokationen des Nachbarlandes „ohne Rücksicht auf jede politische Abwägung“ prompt und strikt zu reagieren.
Am Dienstag berief Park eine Sitzung mit den für die Sicherheit und Außenpolitik zuständigen Ministern ein, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das Präsidialamt in Seoul berichtet. Auch der Geheimdienstchef habe an den Beratungen über „die Lage im In- und Ausland“ teilgenommen.
Nordkorea hatte am Samstag den „Kriegszustand“ im Verhältnis zum Süden verkündet. Zudem erklärte das Regime, die Atomwaffen seien nicht verhandelbar. Die USA gehen davon aus, dass das Regime in Pjöngjang beim Bau von Atombomben Fortschritte macht.
Die Oberste Volksversammlung in Pjöngjang – das Parlament in Nordkorea – verabschiedete am Montag auf ihrer Frühjahrssitzung ein Gesetz „zur Festigung der Position des Landes als Atomwaffenstaat zur Selbstverteidigung“, wie die Staatsmedien berichteten. Damit reagiere Nordkorea auf die „feindselige Politik der USA“. Mit dem Schritt bestätigte die Versammlung einen entsprechenden Beschluss des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei am Sonntag.
Am Dienstag hieß es zudem Nordkorea wolle einen Fünf-Megawatt-Reaktor in seinem umstrittenen Atomkomplex Yongbyon wieder hochfahren. Es würden Maßnahmen für eine Wiederinbetriebnahme des Reaktors und anderer Einrichtungen getroffen, berichteten die Staatsmedien unter Berufung auf die Generalabteilung für Atomenergie. Der Reaktor war 2007 im Rahmen eines internationalen Abkommens abgeschaltet worden. Die Atomanlage Yongbyon ist ein wichtiger Teil des Atomwaffenprogramms des kommunistischen Landes.
Der Atomstreit mit Nordkorea verschärft sich Zug um Zug bereits seit mehreren Wochen. Der UN-Sicherheitsrat hatte Nordkorea nach dem dritten Atomtest des Landes im Februar mit der Ausweitung von Sanktionen bestraft. Nordkorea hatte als Reaktion unter anderem den Waffenstillstandsvertrag von 1953 zur Beendigung des dreijährigen Korea-Kriegs aufgekündigt. Ein Friedensvertrag wurde bis heute nicht geschlossen.
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