Wehrhafte Unterwäsche aus Indien: Als Schutz vor sexuellen Übergriffen kann ein „BH-Hemd“ Elektroschocks austeilen – und nicht nur das.von Patrick Loewenstein

Der Prototyp des „Society Harnessing Equipments“ („She“), rechts die im Hemd untergebrachte Technik. Bild: dpa
BERLIN taz | Indische Jungingenieure haben „She“ erfunden, eine Art „BH-Hemd“, das mit Elektroschocks sexuelle Übergriffe abwehren kann. „Versucht ein Mann, ein Mädchen sexuell zu belästigen, wird er den Schock seines Lebens bekommen, wenn die Drucksensoren im Brustbereich aktiviert werden“, erklärt Miterfinderin Manisha Mohan der Times of India.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Die Elektroschocks haben eine Stärke von 3.800 Kilovolt und können rund 80 mal hintereinander ausgelöst werden. Außerdem benachrichtigt „She“ per SMS Notruf und Eltern und übermittelt die GPS-Daten den genauen Aufenthaltsortes des Opfers.
Mohan ist in einer Klosterschule für Mädchen erzogen worden. Ihr wurde beigebracht, immer freundlich zu sein. „Später habe ich gelernt, dass das in der realen Welt wenig nutzt und wie verletzbar Mädchen und Frauen sind“, sagt sie. Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch sind vor allem in den ländliche Regionen Indiens noch immer weit verbreitet und werden oft nicht gerichtlich verfolgt.
Die Behörden haben eine Ewigkeit gebraucht, um Gesetze zum Schutz der Frauen zu verabschieden, kritisert sie. Aber auch die Gesetze nutzen wenig. Nach der Vergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in Delhi im Dezember 2012, die zu landesweiten Protesten geführt hatte, fingen drei Studenten an, über ein einfaches aber effektives Abwehrsystem nachzudenken.
Mohan hat die wehrhafte Unterwäsche zusammen mit ihren Kommilitonen Niladri Basu Bal und Rimpi Tripathi an der privaten Elite-Universität SRM in Chennai entwickelt. „She“ steht für „Society Harnessing Equipment“ („Gesellschaftliche Schutzausrüstung“). Für ihre Erfindung erhielten sie den „Ghandi Innovationspreis 2013“.
Die Massenfertigung soll bereits Ende April beginnen. Wie „She“ auf eine freundschaftliche Umarmung reagiert, ist allerdings unklar.
Beim Magazin „Spiegel“ könnte am Montag ein Wechsel der Chefredaktion bevorstehen. Das amtierende Führungsduo ist zerstritten. von F. Dachsel/D. Schulz

Von Stierhörnern in Stierkämpfern, Zombies und menschlichen Engeln. Unsere Bilder der Woche.

Das Handy hat Geburtstag: Eine kurze Geschichte der ebenso erfolgreichen wie nervtötenden Erfindung.

Was der nordkoreanische Führerkult mit Raketen und Rammlern aus Brandenburg zu tun hat.

Schnee verpiss dich, keiner vermisst dich. Der Frühling muss kommen. Jetzt, sofort. Hau rein, Lenz!


Leserkommentare
04.04.2013 17:32 | ennui
Spritz-/strahl-wassergeschützt, wasserdicht (?) – oder schmoren sich die damen damit im monsun-schauer selbst?!
04.04.2013 17:25 | Tutnich Zursache
Das erinnert mich doch irgendwie an die Geschichte mit den Keuschheitsgürteln, die von Hausangestellten im 19Jh ...
04.04.2013 15:46 | Rainer B.
Na, das nenne ich mal eine Innovation. ...