■ taz-Münster zum Castortransport

Kein Glockenläuten

Münster (taz) – Die tazler in Münster arbeiten hart am Aufbau eines eignen Regionalteils. Am Donnerstag abend veranstalteten sie eine Diskussion zu den anstehenden Castortransporten ins nahe Ahaus. Trotz Fußball-Europacup kamen 250 Leute und lauschten zum Beispiel Hartmut Rulle von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Drei Herzen schlagen in meiner Brust“, sagte Rulle. „Die Privatperson, die seit 15 Jahren geen Kernkraft ist. Der Berufstätige, der seit 15 Jarhen bei der Polizei ist und der Gwerkschafter, der die Kollegen vor Ort vertritt auf deren Rücken nicht gelöste politische Probleme ausgetragen werden.“

Wilhelm Achelpöhler, der Rechtsanwalt der Bürgerinitiative in Ahaus, stellte klar, daß das Gleis zum Castor-Zwischenlager zwar Privatbesitz sei. Trotzdem sei es eine Ordnungswidrigkeit – keine Straftat – wenn man sich als Demonstrant darauf auhielte und die Polizei die Versammlung auflöse. Das wird mit 200 Mark geahndet und jeder müsse sich fragen, ob ihm die Sache das wert sei.

Die als katholisch bekannte Gegend sollte eigentlich einen reibungslosen Castor-Transport garantieren. Doch gerade katholische Gruppen haben sich zu einem Bündnnis zusammengetan. „Allein beim letzen Sonntagsspaziergang sind 4.000 Leute mitgegangen“, sagte Petra Bölling von der katholischen Studentengemeinde. Kritische Hirtenbriefe und Glockenläuten zum Castor-Transport wird es aber nicht gleich geben. Martin Scharfenberger