Personenführung #41: Donata Künßberg

Mit Eloquenz und Eleganz

Seit Mai 2014 verantwortet Donata Künßberg die Bewegungsplattform der taz. Was? Die? Muss so jemand nicht total von unten kommen?

Donata Künßberg mit Teilen ihrer Haare in der Hand und auf dem Kopf. Bild: Til Gold

Sie hat etwas Elegantes in ihrem Auftreten, ihrer Handhaltung, ihrem Gang, ihrer kritisch-skeptisch gerunzelten Stirn. Auch wenn Donata Künßberg in abgewetzten, weißen Turnschuhen und selbstbemalten T-Shirts in die taz kommt, außer Atem, weil der Hund mal wieder Mäuse jagen wollte und sie hinterher, rotwangig und feuchtstirnig, ihren Feingeist kann sie nicht verstecken.

Seit Mai verantwortet die für immer Endzwanzigjährige die Bewegungsplattform der taz. Was? Die? Muss so jemand nicht total von unten kommen, von den Roots, in einem besetzten Haus wohnen und Schuhe aus Autoreifen tragen? Donata beweist das Gegenteil. Wie man es schafft, auch mit höchstgebotener Höflichkeit, besten Umgangsformen und eloquentestem Auftreten engagiert und brennend für eine Sache zu kämpfen.

Die Bewegung übernommen

Sie kümmert sich um die Bewegung, als sei es ihr eigenes Baby. Dabei hat sie das Projekt von Jörn Alexander übernommen, der seit fünf Jahren mit der Seite Organisationen eine Plattform geboten hat, die sie auf taz.de nicht mehr gefunden haben.

Wenn der „Bewegungstext”, der wöchentlich im taz.plan erscheint, mangels AutorInnen nicht geliefert wird, schreibt sie selbst. Wenn die Facebook-Community nicht so reagiert, wie sie es sich wünscht, kämpft sie mit ihrem eigenen Profil weiter. Und bewegt so auch Unbewegte.

Hier finden Sie die taz.bewegung im Netz und Donata Künßbergs Künstler-Homepage.

Ihre Aktionen sind immer untermalt von Farben und Formen, ist sie doch neben der Bewegungsredakteurin auch talentierte Künstlerin, die die taz sowohl in Print als auch in Online schon mit illustren Illustrationen beglückt hat.

Zu viele Ungerechtigkeiten

Nach etwa einem Monat im neuen Job war sie sich – den Tränen nahe – nicht mehr sicher, ob sie der Stelle gewachsen sei. Die Ungerechtigkeiten, auf die viele der Bewegungsorganisationen hinwiesen, seien zu schlimm, als dass sie sich täglich damit beschäftigen könne.

Doch diese Verstimmung war nicht von Dauer. Wenn nicht wir, wer dann? Lautet ihr Motto.

Und so läuft sie wacker bei Demonstrationen mit, regt andere zum Hund-aus-Spanien-Adoptieren an, weist auf Missstände hin, ohne den Zeigefinger zu erheben. Und ist damit eine wahre Bereicherung für die taz.

Nicola Schwarzmaier