2x2 = Megavier

■ Heute: „Die fantastischen Vier“ und „Megalomaniax“ im Modernes

Allein mag man sie affig finden, gemeinsam wollen sie stark sein. Stark und vor allem hart. Unter dem Gemeinschaftspseudonym ,,Megavier“ formieren die Frankfurter HipHopper ,,Die fantastischen Vier“ und die Frankfurter Hard-Rocker ,,Megalomaniax“, und was sie machen, ist das, was man von einer solchen Zusammenstellung gemeinhin erwartet: Rap-Metal-Crossover. Neu ist das nicht, ernt ete aber bei ersten Testkonzerten selbst aus kritischen Ecken gehörige Vorschußlorbeeren. Und tatsächlich klingt vieles auf ihrem flugs zusammengeschusterten ersten gemeinsamen Album so frisch und energisch, als meinten sie es ernst.

Vorm gegenseitigen Beschnuppern verband die beiden Bands außer ihrer Heimatstadt vor allem eins: In ihrer jeweiligen Szene nahm sie niemand so richtig für voll. Aber während den klischeeüberladenen Rock-Stücken der ,,Megalomaniax“ überregional nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde, stürmten ,,Die fantastischß Vier“ mit ,,Die da“ und ihrer LP ,,Vier gewinnt“ die Hitparaden, aus denen sie allen Unkenrufen zum Trotz gar nicht mehr wegzudenken sind. Puristen stöhnen seitdem über die Party-Reime der mittelständigen Twens, die so gar nicht ins im HipHop angesagte grimmige Gangsta-Image passen. Aber im Grunde ist das postpubertäre Gekaspere der vier glaubwürdiger als beispielsweise das angestrengte Straßenkinder-Posing ihrer Lieblingsfeinde vom ,,Rödelheim Hartheim Projekt“, die ihren provinziellen Heimatort nach dem einzigen Hochhaus absuchen mußten, um ihren Videoclips ein wenig Getto-Flair zu verleihen.

Können bretternde Gitarren aus Popliedchen wie ,,Ein Tag am Meer“ oder ,,Zu geil für diese Welt“ überzeugende Hardcore-Hämmer machen? Oder versuchen hier nur zwei Bands auf einen Zug zu springen, der längst abgefahren ist? Die Antwort gibt es heute Abend. Im Vorprogramm spielen ,,Prophets of Rage“.

Heute um 20 Uhr, „Modernes“