Buenos Aires / Santiago de Chile

Programm der Reise

vom 4. bis 18. Oktober 2019

Fußgängerzone Caminito in Buenos Aires Bild: Archiv

1. Tag 

Abflug gegen 18 Uhr von Frankfurt/M mit KLM über Amsterdam nach Buenos Aires.

2. Tag

Nach der morgendlichen Ankunft gegen 7 Uhr am internationalen Flughafen von Buenos Aires fahren wir zum Hotel. Nach dem Einchecken bleibt Zeit fürs Erholen und Frisch-machen und ein richtiges Frühstück im Hotel. Die Gruppe lernt sich kennen und der Reiseleiter erläutert das Programm der kommenden Tage.

Gegen Mittag lernen wir Buenos Aires bei einer Stadtrundfahrt kennen und erkunden dabei das Stadtviertel La Boca mit seinem Caminito, einer 100 m langen Fußgängerzone.

3. Tag

Wir besuchen zwei Märkte, die nur sonntags stattfinden. Am Vormittag den Antiquitätenmarkt rund um die Plaza Dorego im Stadtviertel San Telmo. Diese Touristenattraktion entstand aus einem Flohmarkt, bei dem auch halb-professionelle "Straßentänzer" für gute Stimmung sorgen, natürlich zu Tango-Musik.

Buenos Aires - Stadtteil-Mark "Feria de Mataderos" Bild: Wolfram Bürkner

Der zweite Markt kommt ohne Tango aus: auf der lebhaften, bunten „Feria de Mataderos“ werden Kunsthandwerk aller Art, typische Gerichte und Folklore-Vorführungen aus verschiedenen Regionen Argentiniens geboten. Die Feria ist etwas weniger touristisch, da sie nicht im Zentrum liegt.

4. Tag

Heute steigen wir in das Thema Solidarische Ökonomie ein. Wir besuchen die alternative Medienkooperative „Lavaca“ (Die Kuh), die während der großen Krise von 2001 entstanden ist. Sie gibt auch die Monatszeitschrift „MU“ heraus.

Am Nachmittag besuchen wir eine der „Fabrica Recuperada“ (zurückgewonnene Fabrik), eine Fabrik, die von ihren Eigentümern in den Krisenjahren 2001 und 2002 über Nacht geschlossen und verlassen wurde und die von den ArbeiterInnen übernommen und als Kooperative wieder flott gemacht wurde.

Am frühen Abend starten wir unseren Tango-Spaziergang, lassen uns die Anfänge und die aktuelle Situation des Tangos in Buenos Aires erzählen und werden den Tag mit einem Abendessen in einer Milonga ausklingenlassen. Wer möchte, kann Tango tanzen.

Im Catedral de Tango - Restaurant und Club in Buenos Aires Bild: Archiv

5. Tag

Argentiniens industrielle Form der Landwirtschaft macht krank. Überall dort, wo Soja, Mais oder Reis nach der Jahrtausendwende in großen Stil angebaut wurden, häufen sich neue Krankheitsbilder. Wurden 1990 in Argentinien erst 34 Millionen Liter an Agrarchemikalien verkauft, hat sich 2014 die Menge mit 380 Millionen Litern mehr als verzehnfacht.

Wir fahren nach Los Toldos in die Provinz Buenos Aires. Wir besuchen den Gutshof „El Paraíso, und führen ein Gespräch mit dem Foro Ambiental de Los Toldos, eine Initiative die sich gegen den Einsatz der Agrochemie wehrt.

Die Fahrt nach Los Toldos führt über Luján, den wichtigsten Wallfahrtsort Argentiniens. Wir besuchen die Kathedrale, in der die Jungfrau von Lújan, die Schutzheilige des Landes steht. Hier verbindet sich am deutlichsten der nach wie vor prägende Katholizismus mit den nationalen Symbolen. Abends fahren wir nach Buenos Aires zurück und übernachten in unserem Hotel.

Verehrt und gut besucht - die Madonna von Lujan Bild: Archiv

6. Tag

Ein Rundgang im traditionell jüdischen Stadtviertel Balvanera, das von allen "Once" genannt wird, führt uns zu dem Gebäude des jüdischen Hilfswerkes „AMIA“, auf das 1994 der größte Terroranschlag in der argentinischen Geschichte verübt wurde. 85 Menschen wurden getötet. Wir treffen uns mit Vertretern einer Angehörigenorganisation der Opfer, sprechen darüber, warum der Anschlag bis heute nicht aufgeklärt ist und was dies mit dem Tod des ermittelnden Staatsanwalts im Januar 2014 zu tun hat.

7. Tag

Nach wie vor treffen sich jeden Donnerstag die „Madres de Plaza de Mayo“ (Mütter des Platzes der Mairevolution) zu ihrem traditionellen Rundgehen auf der Plaza de Mayo im Zentrum von Buenos Aires. Die Organisation argentinischer Frauen erinnert damit seit 1977 an Kinder, die unter der Militärdiktatur (1976-1982) verschwanden. Auch für uns steht der heutige Tag unter dem Thema Menschenrechtsverbrechen und Diktatur.

Wir beginnen mit einem Besuch des Mahnmals für die Opfer des Staatsterrorismus. Es steht auf dem 14 Hektar großen „Parque de la Memoria“ am Ufer des Río de la Plata. An seinen vier Stelen mit 30.000 Steinziegeln sind bisher rund 9000 Namen von Verschwundenen und Ermordeten eingraviert, darunter auch die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann, die 1977 verschleppt und ermordet wurde.

Die Großmütter der Plaza de Mayo - seit 1977 politisch aktiv Bild: Archiv

Wir fahren weiter zur der „Escuela Superior de Mecánica de la Armada“ (Mechaniker-schule der Marine). Hier war eines der größten geheimen Haft- und Folterzentren der Militärdiktatur; daran erinnert heute die Gedenkstätte „Espacio Memoria y Derechos Humanos“ (Raum für Erinnerung und Menschenrechte). Wir besuchen die Großmütter der Plaza de Mayo, die auf der Suche nach ihren rund 400 verschwundenen Enkelkindern über 120 finden konnten.

An Nachmittag wollen wir die „Madres de Plaza de Mayo“ bei ihrem traditionellen Rundgehen auf der Plaza de Mayo begleiten.

8. Tag

Am Vormittag verlassen wir Buenos Aires und fliegen nach Mendoza, ins Zentrum der wichtigsten Weinregion Argentinien,rund 1.000 km westlich, die letzte große Stadt vor den Anden. Nach dem Einchecken lernen wir sie bei einer Rundfahrt kennen.

Mendoza ist eine der ältesten Städte des Landes, allerdings ist davon im Stadtbild nicht mehr viel sichtbar. 1861 erschütterte ein schweres Erdbeben die Stadt und legte sie in Schutt und Asche. Als Konsequenz wurde die Bebauung der Stadt neu geregelt. Um die zentrale Plaza Independecia wurden vier kleinere Plätze angelegt. Was als Fluchtpunkte bei kommenden Beben genutzt werden kann, macht heute auch den offenen und grünen Charakter der Innenstadt aus. Wir übernachten in Mendoza.

Im Parque de la Memoria wird an die Opfer der Militärdiktatur erinnert Bild: Archiv

9. Tag

Am Vormittag treffen wir Vertreterinnen der "Kampagne für das Recht auf eine legale, sichere und kostenlose Abtreibung" - ein dickes Streitthema in Argentinien. 2018 wurde heftig über ein neues Abtreibungsgesetz diskutiert, mit dem das strikte Verbot gelockert werden sollte.

Mehrfach gingen Hunderttausende für und gegen die Lockerung auf die Straße. Im Juni 2018 stimmte das Abgeordnetenhaus mit knapper Mehrheit dafür. Am 8. August 2018 lehnte der Senat die Lockerung des Abtreibungsverbots ab. Doch die Initiatorinnen geben nicht auf. Die Vertreterinnen der Kampagne für eine Lockerung berichten uns, welche Chancen sie für eine Gesetzesänderung sehen, sowie über die besondere Situation in einer Provinz, fern der Hauptstadt.

Am Nachmittag haben Sie Gelegenheit, die Stadt individuell zu erkunden. Wir treffen uns wieder zum Besuch einer Weinkellerei - schließlich ist Mendoza Zentrum einer Weinregion. Wir übernachten noch einmal in Mendoza.

Die Puente del Inca Bild: ArgentinAbsolut

10. Tag

Heute steht eine beeindruckende Fahrt über die Anden an. Nach rund 180 km erreichen wir den kleinen Ort Puente del Inca auf 2.700 m Höhe. Er lädt zu einer Pause ein. Kurz darauf erreichen wir am Paso de Libertadores die Grenze nach Chile. Ab jetzt geht es wieder abwärts bis zur Ebene an der Pazifik-Küste.

Unser Ziel ist die Hafenstadt Valparaíso, eine der größten Städte Chiles (knapp 300.000 Einwohner), aber nicht die größte Hafenstadt. Diesen Rang hat ihm das weiter südlich gelegene San Antonio abgelaufen. Dennoch werden im Hafen jährlich über 11 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Was die wenigsten wissen: Valparaíso ist der Sitz des Nationalkongresses

Und Valparaiso ist nicht zuletzt eine sehr reizvolle Stadt: Malerisch in eine Bucht geschmiegt, streben ihre Häuser die steilen Hänge hinauf. Und noch immer bringen die über 100 Jahre alten Aufzüge ihre Bewohner*nnen auf die Hügel. Unser Hotel liegt im Altstadt-Zentrum, nur ein paar Häuserblöcke von der Pazifik-Küste entfernt.

Wandmalerei in Valparaiso Bild: ArgentinAbsolut

11. Tag

Valparaíso zeichnet eine politische Besonderheit aus. Es ist Chiles einzige Stadt, die einen Bürgermeister der neuen linken Frente Amplio hat. Wir treffen uns mit Vertretern des erst Anfang 2017 gegründeten breiten Bündnisses.

Wie der neue Bürgermeister bei zivilgesellschaftlichen Akteuren gesehen wird, erfahren wir bei der freiwilligen Feuerwehr. In den Sommermonaten sorgt die Stadt wegen der Brände in ihrer Umgebung immer wieder für Schlagzeilen. Daher übernimmt die freiwillige Feuerwehr enorm wichtige Aufgaben, bekommt dafür jedoch keine öffentlichen Gelder. Wir sprechen mit Feuerwehrleuten über ihre Situation und ihre Finanzierung durch Parkautomaten.

Übernachtung wieder in Valparaiso.

12. Tag

Am Vormittag können Sie Ihren individuellen Interessen in Valparaiso nachgehen, durch die engen Gassen zwischen den Hügeln schlendern, sich im Hafen umschauen oder das Museum La Sebastiana besuchen, das ehemalige Haus des berühmten chilenischen Dichters Pablo Neruda.

Am frühen Nachmittag fahren wir nach Santiago. Chiles Hauptstadt ist zugleich die letzte Station unserer Reise. Umgeben von den Andengipfeln ist sie das absolute Zentrum des Landes. Nach dem Einchecken im Hotel werden wir es bei einer Rundfahrt besser kennenlernen.

Santiago de Chile liegt in den Ausläufern der Anden Bild: a l o b o s

13. Tag

Am Vormittag beschäftigen wir uns mit der jüngeren Geschichte: am 11. September 1973 putschte das Militär gegen den gewählten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende und gab die Macht erst 1990 wieder ab. Anders als in Argentinien genießt das chilenische Militär bei einem großen Teil der Bevölkerung großes Ansehen. Die neoliberale Radikalkur, die die Militärs dem Land verpassten, wird als positiv angesehen. Wir besuchen das Museo de la Memoria y los Derechos Humanos und sprechen mit Vertretern einer Menschenrechtsorganisation über die Unterschiede zu Argentinien im Umgang mit dem Diktaturerbe.

Am Nachmittag hören wir von einer viel früheren Geschichte Chiles: Hier leben rund eine Million Mapuche – und zwar seit mindestens 2.000 Jahren. Heute leben die meisten in den zentralen und südlichen Provinzen Bío-Bío, Araukanien und Los Ríos. 400 Jahre hatten sie sich erfolgreich gegen die Invasoren gewehrt.

Bereits seit mehreren Jahrzehnten kommt es immer wieder zu gewaltsamen Konflikten zwischen vor allem europäisch-stämmigen Grundbesitzern und den Mapuche. Dabei gibt es auf beiden Seiten Todesopfer zu beklagen. Wir sprechen mit Vertretern des Mapuchevolkes über ihre Forderungen.

14. Tag

Heute heißt es Abschied nehmen. Nach dem Frühstück ist noch Gelegenheit, sich über die Erfahrungen bei der Reise auszutauschen, gegen Mittag startet unser Flugzeug nach Paris.

15. Tag

Nach dem Umsteigen in Paris erreichen alle Reisende bis gegen 14 Uhr ihre verschiedenen Flughäfen in Deutschland.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich. Stand: 10.1.2019

Der Rückflug kann individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter.