Warum taz.de frei bleibt

Aufklären, inspirieren, irritieren

Warum ist es wichtig, die taz online lesen zu können. Der Chefredakteur Georg Löwisch stellt klar.

Bild: Anja Weber

von GEORG LÖWISCH

Die taz ist frei. Wir recherchieren, was wir wollen. Wir berichten über die Themen, die wir für wichtig halten. Wir vertreten die Thesen, die wir für richtig halten. Niemand zwingt uns, das zu schreiben, was wir schreiben. Und niemand hält uns davon ab.

Die taz ist frei, weil sie wirtschaftlich unabhängig ist. So einfach. Sie gehört keinem Milliardär, der mit ihr spielen kann. Sie wird nicht von reichen Leuten kontrolliert, die über die Firmen ihrer reichen Freunde freundlich berichten. Die taz hat nur eine Besitzerin: die taz.

Jahrgang 1974, volontierte ab 1998 bei der taz und kam 2001 nach dem Studium in Leipzig als Redakteur der Reportageseite zurück, war später Inlandsreporter und Leiter der sonntaz. Ab 2012 war er Textchef bei der Cicero. 2015 kehrte er erneut zur taz zurück, diesmal als Chefredakteur.

In Deutschland gilt die Pressefreiheit. In Deutschland arbeiten viele hervorragende Medien. In Deutschland gibt es aber kaum ein anderes Medium mit derartigen Eigentumsverhältnissen. Die taz gehört der taz. Eine Genossenschaft aus Leser*innen und Mitarbeiter*innen sichert seit 25 Jahren die Unabhängigkeit. Gewinne fließen wieder in den Journalismus.

Andere Medien finanzieren sich nur durch Anzeigen. Bei uns spielen Anzeigen eine kleine Rolle. Deshalb versuchen Anzeigenkunden gar nicht erst, uns in die Berichte und Kommentare reinzureden.

Viele Zeitungshäuser versperren online den Zugang zu ihren Texten mit einer Bezahlschranke, die das Lesen nur gegen Geld erlaubt. Wir haben keine Bezahlschranke. Wäre taz.de gebührenpflichtig, würden wir schlagartig Leser*innen verlieren. Aber der Journalismus der taz soll weit verbreitet werden, gerade über taz.de, denn das Online-Angebot hat die Reichweite der taz stark erhöht.  Doch es braucht Leute, die taz.de freiwillig mittragen und die es dadurch allen ermöglichen, die taz zu lesen. Dieses Solidaritätsmodell ist „taz zahl ich“.

Bild: Monja Gentschow

Wir wollen aufklären, inspirieren und irritieren. Wir schauen in die Welt, und damit ist nicht nur die Nordhälfte der Erde gemeint. Und wir dringen durch mit Schärfe, Witz und eigenwilligen Perspektiven. Die Freiheit der taz besteht auch darin, dass wir nicht jedem gefallen. Journalismus muss missfallen. Und zur Freiheit der taz gehört es auch, dass eine Meinung oder eine Recherche dem Chefredakteur nicht passt.

Wir wollen, dass alle Menschen unabhängigen Journalismus lesen, um sich selbst eine Meinung zu bilden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Deshalb haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Medien keine Bezahlschranke. Der Journalismus auf taz.de ist frei. Aber er kostet Geld. Viele tragen das Konzept der Solidarität von „taz zahl ich“ mit und zahlen mindestens fünf Euro im Monat. In den nächsten Wochen soll die Marke von 10.000 Menschen geknackt werden. Wir wollen mehr davon überzeugen, den Qualitätsjournalismus zu bezahlen. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es können und wollen.