Die Reaktionen auf die "emma.de - Offensive", wie in der Taz oder in der Süddeutschen ("Alice bleibt Emma"), geben zu denken.
Als Stefan Aust vom Spiegel gegangen wurde, wurde eifrigst recherchiert, Abläufe minutiös nachgezeichnet, differenziert berichtet, und (kaum vorzustellen!) auch schon mal die Art der Berichterstattung von Kollegen kritisiert.
Im Fall "Emma" musste die Redaktion selbst für Aufklärung sorgen, und veröffentlichte auf ihrer Homepage eine ausfühliche Stellungnahme, sowie eine Chronologie der fraglichen Ereignisse.
Wer allerdings so naiv ist zu glauben, Alice Schwarzer-"Kritiker" ließen sich von den Waffen des Aufklärers: Fakten und Information, beeindrucken, dem bietet die Taz die Chance,sich von Peter Scheibe das kleine 1x1 des "Gesinnungsjournalismus in Zeiten reflexhafter Schwarzer-Hetze" lehren zu lassen: Zurückhaltung zentraler Informationen (wer, warum, Kontext?), Ersetzten derseleben durch Behauptungen,Einflechten falscher Angaben (Alice Schwarzer als vermeintliche Initiatorin u. Verfasserin),Auswahl einzelner Aussagen (Kriterium: Eignug vor Quantität, dann Qualität), Aufbereitung unter inflationärer Verwendung von Verben wie "jammern" und "beklagen". Ergebnis (Soll): Alice/Emma erscheint unglaubwürdig/lächerlich/peinlich.
kleiner Tipp von mir, lieber Peter: Bis hierhin war dein Artikel, nun ja, sagen wir,bereits von eher fragwürdiger Qualität.Aber wenn du dich mit der oben stehenden Zielvorgabe nicht zufrieden gibst, sondern wissen willst "wie es wirklich war", und dann aus der dpa- Meldung vom Tag des Rauswurfs zitierst,Fazit "ja, so wird`s wohl gewesen sein", dann ist das schlechterdings unerträglich.
Tja liebe Kinder, so sieht`s dann aus, wenn man die Antwort schon vorher kennen muss.
"Qualitätsjournalismus" ist das ja nun nicht grade..unterhaltsam auch nicht...wie wär`s denn mit nem Emma-Abo?
meistkommentiert