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Nur Heyne bleibt: Random House verkauft Ullstein, List und Econ an die schwedische Verlagsgruppe Bonnier

Ein Ende fast ohne Schrecken

Als das Kartellamt vor ein paar Wochen verkündete, die Entscheidung in Sachen Random House/Ullstein-Heyne-List noch einmal um vier Wochen auf den 31. Oktober zu verlegen, konnte man es bei den beteiligten Verlagen und Verlagsgruppen förmlich knistern, rascheln und rauschen hören: Hier noch ein Vorschlag, dort noch ein Ideechen, irgendwie müssen wir doch jetzt alle endlich mal raus aus diesem sich ewig ziehenden Schlamassel!

Nachdem der UHL-Geschäftsführer Christian Strasser zuletzt sein hübsch ausdifferenziertes Management-Buy-out-Modell vorgelegt hatte, scheint nun die endgültige Entscheidung gefallen: Random House/Bertelsmann hat die Verlage Ullstein, List, Econ, Propylän, Claasen und Marion Schröder an das schwedische Medienunternehmen Bonnier verkauft. Bonnier, ein genauso großer wie einflussreicher wie traditionsbewusster Familienbetrieb mit Sitz in Stockholm, gehören auf dem deutschen Markt unter anderem schon die Verlage Piper, Malik, Ars Edition, Thienemann, Carlsen und Carlsen Comic.

Auch die Verlagsprogramme Heyne-Esoterik und Heyne-Fantasy sollen an Bonnier gehen, den großen Rest des Heyne-Verlags aber, u. a. seine Krimi- und andere Taschenbuchreihen, gewissermaßen die Hechte im Karpfenteich, will Random House behalten.

Nun steht zwar auch zu diesem Verkauf noch die Entscheidung des Kartellamts aus, und auch der Verbleib von Heyne bei Random House will weiterhin überdacht sein. Da Random House mit diesem Verkauf aber unter die magische 30-Prozent-Grenze auf dem Taschenbuchmarkt kommt, die für das Kartellamt immer der größte Dorn im Auge war, dürfte ein fast einjähriger Verhandlungsmarathon sein Ende gefunden haben. Während Random House etwas angeschlagen dasteht und trotzdem das eigentliche Ziel, die Übernahme des Heyne-Verlags und den Ausbau auf dem Taschenbuchmarkt, erreicht hat, hat bei den restlichen Verlagen der UHL-Gruppe vor allem die quälende Ungewissheit ein Ende.

Zudem besteht berechtigte Hoffnung, dass man bei Bonnier besonnen arbeitet. Die neu hinzugekauften Verlage sollten, so hieß es in einer Stellungnahme, „unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit weiterentwickelt werden“. Das klingt zumindest viel versprechend, stand allerdings auch bei Random House auf dem Masterplan.