Die Dauerfehde im Schanzenpark

Reine Nervensache

Es ist einer dieser absurden Fälle, die Zweifel am gesunden Menschenverstand nicht nur aufkeimen lassen, sondern geradezu unvermeidlich machen. Und zwar an dem beider Seiten. Diese Dauerfehde im Schanzenpark ist lächerlich.

Kommentar von SVEN-MICHAEL VEIT

Und dies ist sie in erster Linie wegen des Verhaltens der Staatsmacht. Alle Anzeichen sprechen dafür, dass dort eine Anwohnerin systematisch schikaniert wird. Die endlose Reihe von Platzverweisen zum angeblichen Zwecke der Gefahrenabwehr spricht eine unmissverständliche Sprache.

Nun ist die betroffene Anwohnerin gewiss unbequem zu nennen. Auch macht sie keinen Hehl daraus, dass ihr das Luxushotel im Wasserturm gegen den Strich geht. Allein: Es ist ihr gutes Recht, welches zu schützen eine der vornehmsten Aufgaben der Polizei ist. In der Verfassungstheorie, und die wird bekanntlich täglich grauer.

Es mag sogar sein, dass die Frau aus dem Schanzenviertel gern mal ein bisschen provoziert. Ab und zu die Bullen ärgert, und wenn die ihre erwartet – oder gar erhofft? – rüden Umgangsformen demonstrieren, sich als Opfer geriert. Doch selbst wenn: Von den Trägern staatlichen Gewaltmonopols ist zu verlangen, dass sie mit dieser Macht sorgsam umgehen.

So aber trägt die Polizei ihr gerüttelt Maß Schuld an dieser Spirale der Eskalation, deren Ursachen und Wirkungen bald niemand mehr überblicken kann.

Einzelne Bürger dürfen nerven. Staatliche Organe haben die Nerven zu bewahren.