Sieben von zehn Kindern nutzen zuhause einen Computer. Das zeigt eine Studie des Mickey Mouse-Herausgebers. Zwischen arm und reich wächst aber der Unterschied.von MATTHIAS SCHREIBER

Früher haben Kinder mit Goldhamstern gespielt. Bild: dpa
BERLIN taz Ein eigener Computer, eine Spielkonsole, ein MP3-Player - der Blick in deutsche Kinderzimmer beweist: Das Leben ihrer Bewohner spielt sich immer mehr in medialen Welten ab. Dies bestätigt nun die KidsVerbraucheranalyse 2008. Hinter dieser Studie steckt der Egmont Ehapa Verlag, der Kinderzeitschriften und Bücher herausgibt. Der Studie liegen 1.600 Interview mit Kindern von sechs bis dreizehn Jahren zugrunde. Sie werden befragt, was sie kaufen und wie sie ihre Freizeit verbringen. Sie gilt als eine der größten Untersuchungen zum Konsumverhalten von Kindern.
Demnach nutzen fast 70 Prozent der Kinder zuhause einen Computer, fast ein Viertel hat ihn sogar im eigenen Zimmer. Die Jungen und Mädchen spielen nicht nur, sondern sie lernen auch am PC. Und sie nutzen auch das Internet: 54 Prozent der Kinder gehen regelmäßig online, vor allem um Informationen für die Schule und die Freizeit zu suchen, E-Mails zu schreiben oder sich mit anderen bei Computerspielen zu messen. Die Mädchen holen auf: 53 Prozent nutzen heute die Netzwelt, 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Jungen sind es 55 Prozent. Dabei versuchen die Eltern die Internetnutzung ihrer Sprösslinge zu steuern: Bei gut 60 Prozent der Kinder begrenzen die Eltern die Zeitdauer, installieren Schutzprogramme und verbieten den Besuch bestimmter Seiten.
Allerdings gibt es Unterschiede bei Kindern aus armen und reichen Familien. Ralf Bauer, Leiter der Abteilung Markt- und Medienforschung beim Egmont Ehapa Verlag, sagt: "Ablesen kann man in der Studie eine zunehmende Kluft zwischen sozial schwachen und wohlhabenderen Familien." Denn zum Beispiel hätten über 80 Prozent der Kinder, die ein Gymnasium besuchen, einen Zugang zu PC und Internet. Unter den Hauptschülern seien es aber nur etwa 60 Prozent. Die Eltern, die ihre Kinder auf ein Gymnasium schicken, versuchten ihren Kindern öfter, die gezielte Nutzung der digitalen Medien beizubringen.
Auch das Handy bleibt weiter gefragt, besonders unter den älteren Kindern. Gut 60 Prozent der Zehn- bis Dreizehnjährigen besitzen ein eigenes. Nur 13 Prozent sind es bei den Sechs- bis Neunjährigen - aber vielen steht es auf der Wunschliste ganz oben. Immer beliebter wird außerdem der MP3-Player. Über ein Drittel der Befragten besitzt bereits einen eigenen, 17 Prozent mehr als bei der Befragung 2007.
Bei so vielen großen und kleinen Geräten entstehen freilich Anschaffungskosten. Doch ein Kind bekommt durchschnittlich rund 23 Euro Taschengeld im Monat, außerdem erhalten die Kinder 173 Euro an Geldgeschenken jährlich. Allerdings sparen die Kinder auch einiges: Sie überweisen jedes Jahr rund 670 Euro auf ihr Sparkonto.
Die Eltern werden immer großzügiger: Für Kleidung und Spielsachen gaben sie 2008 rund 10 Prozent mehr aus als im Vorjahr, eine Taschengelderhöhung gab es um durchschnittlich 33 Prozent.
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Leserkommentare
17.08.2008 23:32 | Adam Riese
23,- Taschengeld x 12 Monate = 276,- plus 173,- jährl. Geldgeschänke = 449,- - und "da von" werden jährlich 670,- auf das S ...