Wutbürger soll raus

GEWERKSCHAFT Die Landesschiedskommission der GEW beschließt Martin Korols Ausschluss

Martin Korols Verhalten schadet der Gewerkschaft, findet die GEW

Martin Korols Ausschluss aus der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist beschlossene Sache. Der pensionierte Lehrer und Bürgerschaftsabgeordnete hatte unter anderem gesagt, dass Roma „sozial und intellektuell noch im Mittelalter leben“ und ihre Kinder zum Anschaffen, anstatt in die Schule schickten. Dafür wurde er bereits 2013 aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen. Korol blieb allerdings im Parlament und schloss sich den rechtspopulistischen „Bürgern in Wut“ (BiW) an.

Die GEW hatte Korol nach zunächst internen Beratungen aufgefordert, sich zwischen BiW und der Gewerkschaft zu entscheiden, was er aber ablehnte. Nun entschied die Landesschiedskommission der GEW, Korols „herabwürdigende und polemisierende Äußerungen gegenüber Sinti und Roma“ als „gewerkschaftsschädigendes Verhalten“ zu werten. Zudem sei Korols Forderung, das Bremische Personalvertretungsgesetz abzuschaffen, arbeitnehmer‑ und gewerkschaftsfeindlich.

Korol sieht das als Vorwand, ihn loszuwerden. „Das ist herausgesuchtes Zeug“, sagte er zur taz. So wie bereits Sokrates 399 v.Chr. zum Tode verurteilt wurde, wolle man nun auch ihn aufgrund inhaltlich austauschbarer Vorwürfe aussortieren. Gegen den Beschluss werde er „selbstverständlich“ Widerspruch einlegen.  JPK