Initiative droht mit Besetzung

A 100 Sollten zwei Häuser in der Beermannstraße geräumt werden, würde umgehend eine „Massenbesetzung“ folgen. Demonstration am Freitag

Der Kampf um die beiden Wohnhäuser in der Treptower Beermannstraße, die der Verlängerung der A 100 weichen sollen, spitzt sich zu. Ein Bündnis namens „besetzen statt räumen“ ruft für den Freitag zu einer Demo auf. Unter dem Motto „Niemand wird alleine gelassen“ wird der Stopp des laufenden Verfahrens zur Räumung der beiden Gebäude gefordert. Außerdem wird eine „öffentliche Massenbesetzung am Tag X“ angekündigt, sollte die Zwangsräumung der letzten verbliebenen Mieter stattfinden.

Das Bündnis, an dem sich nach eigenen Angaben Stadtteilgruppen aus Neukölln, Treptow und Friedrichshain-Kreuzberg sowie Umweltgruppen und Flüchtlinge beteiligen, lädt zum Auftakt der Demo um 14 Uhr an die Cuvrybrache. Von dort soll es durch Wrangel- und Kungerkiez zur Beermannstraße gehen. Für den Tag der Räumung gibt man sich ebenfalls vorbereitet. Im Aufruf heißt es: „Entweder die Wohnungen werden vermietet oder die Häuser werden nach Ablauf des Ultimatums angekündigt besetzt!“

Gespräche erfolglos

In den vom Bund für den Weiterbau der A 100 enteigneten und zum Abriss vorgesehenen Häusern harren immer noch sieben Mietparteien aus. Bei einem Gespräch am 23. Januar wurde keine Einigung zwischen den Bewohnern und der Enteignungsbehörde des Senats erzielt, die sich von einer renommierten internationalen Anwaltskanzlei juristisch vertreten lässt. Die Bewohner lehnen den Auszug ab, weil die ihnen von der landeseigenen Gesellschaft Stadt und Land angebotenen Wohnungen deutlich teurer sind als ihre jetzigen. Ersatzwohnungen zu gleichen Konditionen wurden nicht gestellt. Der Vorschlag der Bewohner, die rund 90 leerstehenden Wohnungen bis zum tatsächlichen Beginn der Bauarbeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen, wurde von der Senatsverwaltung abgelehnt.