Zehntausende bei Agrardemo

ESSEN An Gegenaktion nehmen nur 550 Menschen teil. Landwirtschaftsminister für „Bioökonomie“

BERLIN epd/taz | In Berlin haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen die industrielle Landwirtschaft protestiert. Während die Polizei von rund 25.000 Teilnehmern sprach, gaben die Veranstalter die Zahl mit 50.000 Demonstranten an. Sie forderten unter dem Motto „Wir haben es satt“ von der Bundesregierung einen Kurswechsel – weg von Agrarindustrie, Massentierhaltung und dem geplanten EU-USA-Freihandelsabkommen TTIP hin zu einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft.

Erstmals fand auch eine vom Bauernverband unterstützte Gegendemo namens „Wir machen euch satt“ statt. Laut Polizei nahmen daran etwa 550 Menschen teil.

Gleichzeitig tagten Agrarminister und andere Regierungsvertreter von mehr als 70 Staaten in Berlin. Sie sprachen sich für mehr internationale Zusammenarbeit zur Bioökonomie aus. Damit ist eine Wirtschaft gemeint, die nicht mehr Öl als Rohstoff, sondern erneuerbare biologische Ressourcen – also Pflanzen – nutzt.

Kritiker monieren, dass damit vor allem umweltschädliche Agrarindustrie gefördert werde. Zudem würden Ressourcen zur Erzeugung von Lebensmitteln zur Herstellung anderer Produkte verwendet. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte aber: Der „Ausbau der Bioökonomie sollte in erster Linie der Ernährung dienen.“