Die Verbraucherzeitschrift behauptet: Die Lampen sparen wenig Energie und gehen schnell kaputt. Doch es gibt sehr gute Modelle: Das Freiburger Öko-Institut empfiehlt sie weiter.von BERNWARD JANZING

Die Energiesparlampe kommt schlecht weg, doch sie besteht den Dauertest. Bild: dpa
FREIBURG taz Ist der Einsatz von Energiesparlampen der reine Humbug? Die Zeitschrift Öko-Test stellt in ihrer Oktober-Ausgabe eine Untersuchung vor, nach der Energiesparlampen "viel weniger Energie sparen sollen, als die Hersteller behaupten. Auch gingen die Lampen "viel zu schnell kaputt und seien letztendlich "kein wirklicher Fortschritt und keine echte Alternative zu Glühlampen".
Schaut man sich jedoch die Testergebnisse im Detail an, relativiert sich schnell, was hier so schlagzeilenträchtig schlechtgeredet wird. Zum Beispiel, was die Haltbarkeit betrifft: Im Test sind Lampen dabei, die in dieser Kategorie das Prädikat "sehr gut" erhalten, da sie den Dauertest schadlos überstanden haben. Andere Lampen freilich, die zum Teil für Preise unter 1 Euro zu kaufen sind, machten ziemlich schnell schlapp. Auch in der Rubrik Helligkeit wurden mehrere Produkte mit "sehr gut" oder "gut" getestet - also ist auch hier die generelle Kritik an der Lichtausbeute nicht haltbar.
Rainer Grießhammer vom Freiburger Öko-Institut hält Energiesparlampen daher auch nach den Öko-Test-Untersuchungen weiterhin für eine ökologisch sinnvolle und preiswertere Alternative zur klassischen Glühbirne. Er moniert an den Untersuchungen von Öko-Test, dass die Zeitschrift sich "bevorzugt schlechte Produkte herausgesucht" habe. Im Projekt EcoTopTen (www.ecotopten.de) hat das Öko-Institut hingegen die besten Energiesparlampen zusammengestellt und greift dabei auch auf Daten der Stiftung Warentest zurück. So hält das Institut weiterhin daran fest, dass Energiesparlampen "Energieeffizienzmeister" seien, weil sie rund 80 Prozent weniger Strom verbrauchten als konventionelle Glühlampen. Nach den Öko-Test-Erhebungen sollte man freilich hinzufügen: sofern es gute Energiesparlampen sind.
Und zur immer wieder aufkommenden Kritik an Energiesparlampen wegen ihres Quecksilber-Gehaltes, rechnet Grießhammer vor: Selbst wenn alles Quecksilber aller verkauften Lampen in die Umwelt gelänge, sei das immer noch weniger als die Mengen, die durch den eingesparten Strom vermieden würden. Dazu muss man wissen: Bei der Verbrennung von Kohle werden erhebliche Mengen Quecksilber frei.
Nur scheinbar spektakulär ist übrigens eine weitere Aussage, mit der Öko-Test an die Öffentlichkeit geht: Selbst die Hersteller von Energiesparlampen gäben "hinter vorgehaltener Hand zu, dass es sich lediglich um eine Übergangstechnologie handelt". Doch diese Information ist alles andere als neu: Energiesparlampen sind definitiv eine Übergangstechnologie. Denn die LED, die Leuchtdiode, wird sich in den nächsten Jahren immer mehr durchsetzen. Erste Praxisbeispiele gibt es bereits: Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf hat bereits die erste Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt.
Gegenüber konventioneller Beleuchtung hat die LED Vorteile. Zum einen braucht sie extrem wenig Strom. Gemessen an einer klassischen Glühbirne liegt die Einsparung bei rund 85 Prozent. Zudem ist ihre Lebensdauer von 100.000 Stunden unschlagbar hoch. Inzwischen gibt es die LED sogar schon als Strahler mit gewöhnlichem Gewinde. Sie ist aber teurer als heutige Energiesparlampen. Das wird sich mit steigenden Produktionsmengen sicher ändern, doch bis dahin dürften noch Jahre vergehen.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Leserkommentare
31.08.2009 14:22 | Zukunftsdenker
Durch Energiesparlampen kann angeblich kein CO2 eingespart werden? Naja, durch Glühlampen spart ja auch keiner nachweislich ...
07.01.2009 19:58 | MAO
Nun ist es so, daß an der Energiesparlampe noch gebastelt wird. Seit dem es feststeht, das wir bald zur Nutzung gezwungen w ...
10.12.2008 08:03 | taiga
Wer berücksichtigt die Energie, die bei der Herstellung der Lampen gebraucht wird, und bei der Entsorgung? ...