SENAT BESCHLIESST LÄRMAKTIONSPLAN BIS 2018

Geisel gegen mehr Tempo-30-Zonen

Der neue Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) hat weitere Tempo-30-Zonen als Mittel zu mehr Lärmschutz ausgeschlossen. „Natürlich können Sie die ganze Stadt auf Tempo 30 runterdrosseln – aber dann kommt der Verkehr zum Erliegen“, sagte er am Dienstag vor Journalisten. Für ihn ist das genauso ein Interessenkonflikt, wie mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu lenken, was wiederum mehr Eisenbahnlärm verursache. Der Senat hatte zuvor am Vormittag nachträglich den „Lärmaktionsplan 2013–2018“ beschlossen, der einen früheren Plan fortsetzen soll.

Laut Geisel ist die Hauptursache von Lärm in Berlin Autoverkehr. Industrielärm sei im Land von äußerst untergeordneter Bedeutung. Berlinweit würden über 300.000 Menschen unter Lärm oberhalb der gesundheitsgefährdenden Grenzwerte leiden. Immerhin 40.000 habe man seit 2008 helfen können, beispielsweise mit Lärmschutzfenstern, leiseren Straßenbelägen oder weniger quietschenden Tramschienen. Bis 2018 sollen jährlich 2,4 Millionen Euro für weitere Schutzmaßnahmen bereit stehen, über die Hälfte davon aus Geldern des Bundes und der Europäischen Union. STA