Wagenburg unerwünscht

ZOMIA Dem Wilhelmsburger Bauwagenplatz droht die Räumung. Der Bezirk Mitte will keine Wohnwagen – in anderen Bezirken aber gibt’s Alternativen

Die 15 BewohnerInnen des Bauwagenplatzes Zomia sind vom Wohlwollen von Bezirksamtschef Markus Schreiber abhängig: die Wagenburg am Ernst-August Kanal in Wilhelmsburg wird nur noch geduldet. Wer Schreiber kennt, weiß: keine gemütliche Situation.

Am liebsten hätte der SPD-Regent den Platz gleich am ersten möglichen Tag räumen lassen. Auch bald vier Monate später lässt sein Sprecher Lars Schmidt keinen Zweifel daran, dass Bauwagen im Bezirk Mitte unerwünscht sind: „Bei uns gibt es keinen Alternativplatz.“ Der Beschluss der Bezirksversammlung, wonach Zomia den jetzigen Standort zu verlassen habe, sei nach wie vor gültig. Immerhin warte man mit der Räumung, bis der Senat den Bewohnern Alternativen vorschlage.

Dies geschieht am kommenden Montag: Nach monatelanger Funkstille trifft sich dann eine Delegation der Behörde für Stadtentwicklung mit den Bauwagenbewohnern. „Es gibt mehrere Alternativstandorte in verschiedenen Bezirken“, sagt Behördensprecher Frank Krippner. Diese wolle man aber zuerst mit der Zomia-Gruppe besprechen, bevor man die Diskussion in der Öffentlichkeit austrage.

Kein Thema mehr ist ein Umzug auf das Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld. Dort soll bereits 2012 der Spatenstich für das Wohnungsbau-Projekt „Jenfelder Au“ erfolgen. „Entscheidend war aber auch, dass die Zomia-Bewohner von Anfang an gegen diesen Standort waren“, sagt Andy Grote von der SPD.

Vertreter von Zomia sind skeptisch, ob die neuen Vorschläge geeigneter sind. „Es wird mit dem Zuhause von 15 Menschen gespielt“, sagt ein Bewohner. Der aktuelle Standort sei die beste Lösung. „Doch dann verlöre Markus Schreiber sein Gesicht.“