Großbritannien ist mal wieder ganz weit vorne auf dem Weg zur Big-Brother-Gesellschaft. Jetzt testet eine Schule Gesichtserkennung. Die Industrie freut sich.von DIETMAR KAMMERER

Wer die Folgen von Biometrie nicht erkennt, muss ein Brett vor dem Kopf haben. Bild: ap
Wenn eine Firma das Produkt, das sie herstellt, verschenkt, hat das meist einen einfachen Grund: Niemand will es eigentlich haben. Geschenkt bekommt allerdings jeder gerne etwas, dann kommt es auch nicht so sehr darauf an, ob man das, was einem da untergejubelt wird, auch wirklich braucht. Oder was für Folgen seine Nutzung hat.
Eine britische Schule hat sich jetzt von gewieften Vertretern der Biometrie-Firma "Aurora" ein System zur biometrischen Gesichtserkennung aufschwatzen lassen. Die Technik soll helfen, Zuspätkommer zu identifizieren und Schwänzer auffliegen zu lassen. Kernstück ist ein Gesichtsscanner, der Personen mit Hilfe von Infrarotlicht identifiziert. Geplant ist, dass die Schüler sich zuerst über eine persönliche Identifikationsnummer ausweisen und dann vom Gerät verifizieren lassen.
In der Schule erhofft man sich so offenbar eine bessere Übersicht über An-und Abwesenheiten der Schülerschar. So eine Art Stechuhr für die Lernfabrik, nur moderner. Dass man sich zugleich als eine Art Showroom oder als Testgelände für eine unausgereifte Technik hergibt, scheint die Verantwortlichen nicht zu stören.
Kritische Elternvereinigungen laufen gegen das Vorhaben Sturm und erinnern daran, dass die Schule eigentlich ein Ort der persönlichen und vertrauensvollen Beziehung von Schüler und Lehrern sein sollte. Außerdem würden die Kinder so durch Gewöhnung in den Überwachungsstaat eingeübt.
Biometrische Erkennungssysteme sind an Großbritanniens Schulen dabei nichts Ungewöhnliches. An mehr als 3500 Schulen stehen Fingerabdruckscanner bereit, von rund 700.000 Kindern sind die Abdrücke gespeichert. Anwesenheitslisten sind dabei nur eine Funktion, meist geht es um Serviceleistungen. So können Schüler an Mensakassen ihr Essen bezahlen oder in der Bibliothek Bücher ausleihen.
Das Amtsgericht Dresden hat erklärt, dass die Abfrage von mehr als einer Millionenen Handydaten während Anti-Nazi-Demos erlaubt war. Zweifel bleiben angebracht. von Paul Wrusch

Ahmed Schafik und Mohammed Mursi haben die erste Wahlrunde beinahe gleichauf gewonnen und rüsten sich für die Stichwahl. Die Muslimbrüderschaft hofiert die ausgeschiedenen Kandidaten.

Im Schwerpunkt Überwachung legen wir ein besonderes Augenmerk auf die neuesten Auswüchse der Sammelwut und Kontrollgelüste von Staatsgewalt wie Konzernen. Und natürlich auf Datenpannen aller Art.
Foto: time. / photocase.com
Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
21.01.2009 07:46 | Kati
Jedem das was er verdient. Sorry, ich habe kein Mitleid mit irgend jemanden. Homebanking, EC-Karten, Handys, Internetüberwa ...
19.01.2009 08:36 | Peter Niebert
Eine gigantische Überwachungsmaschine wird Schritt für Schritt installiert. Unsere Innenstädte sind schon voll von Überwach ...
18.01.2009 04:08 | Jakob
Ich finde nicht, dass man erst duestere Zukunftsszenarien heranziehen muss, um zu entscheiden, dass es nicht richtig ist Sc ...