… Ilyas Bublis?

Minister pflanzen lassen

Schon seit neun Jahren kämpft der deutsch-türkische Baumliebhaber Ilyas Bublis mit seinem Umweltprojekt Gaia für mehr Grün in der Hauptstadt – mal mit mehr, mal mit weniger öffentlicher Aufmerksamkeit. Doch jetzt gelang Bublis der Sprung auf höchstes stadt- und bundespolitisches Parkett. Auf sein Engagement hin zieren seit dem gestrigen Donnerstag 64 „coole“ Linden die Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. Prominentester Spatenhalter: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), dessen mediale Präsenz in der jüngsten Vergangenheit ein wenig nachgelassen hat.

Von Röttgen konnte Bublis während der Aktion kaum die Hände lassen. Immer wieder klopfte er dem Minister auf die Schulter, zog ihn für gemeinsame Fotos vor die Kameras und erklärte ihm wild gestikulierend die Bedeutung der Bäume für die Welt. Fast machte es den Eindruck, als habe Bublis seinen Coup selbst noch nicht ganz verarbeitet. Hektisch wirbelte er mit dem Mikro in der Hand von Politikern zu Botschaftern, von Firmenvertretern zu Schulklassen und bedankte sich aufgeregt für deren Unterstützung als Baumpaten. Vor dem großgewachsenen Aktivisten gab es kein Entrinnen: Jeder Sponsor musste seine Liebe zur Umwelt im Allgemeinen und den Bäumen im Besonderen erklären.

Ein „Zeichen für mehr grüne Lebensqualität in Berlin“ will Bublis setzen. Zugleich drücke die Aktion „die Liebe der Menschen zu den Bäumen“ aus. Doch seine Mission erfüllt sieht der Umweltschützer noch lange nicht: „Wir möchten raus aus Berlin und unseren Spirit in die Welt tragen“, sagt er. Als nächstes Ziel nimmt Bublis Istanbul ins Visier. Dort sollen die Dächer begrünt werden. Denn, so sein Motto und Mantra: „Bäume sind cool.“