Kommentar von DOMINIC JOHNSON
Der Inselstaat Madagaskar ist ein Kosmos für sich - mit einer höchst komplexen politischen Gemengelage, die sich von außen betrachtet nur schwer erschließt. Seit rund drei Monaten versucht dort der gewählte Bürgermeister der Hauptstadt, Andry Rajoelina, den gewählten Staatspräsidenten Marc Ravalomanana zu stürzen. Hunderte von Menschen sind dabei bereits ums Leben gekommen, das Militär hat sich gespalten, ein Putsch droht.

Dominic Johnson ist Afrika-Redakteur im Auslandsressort der taz. Foto: taz
Viele Beobachter verdächtigen den ehemaligen sozialistischen Militärdiktator Didier Ratsiraka, aus dem französischen Exil heraus die Strippen zu ziehen, um ein Comeback zu orchestrieren. Aber noch haben die Unruhen und die Gewalt nicht das Ausmaß erreicht, das die Welt aufrütteln würde.
Dabei ist Madagaskar ein Lehrstück darüber, wie Demokratisierung und Modernisierung scheitern können. In den Jahren 2001 und 2002 stand das Land schon einmal am Rand des Bürgerkriegs. Damals wollte der Diktator Ratsiraka seine Wahlniederlage gegen den Bürgermeister der Hauptstadt Ravalomanana nicht anerkennen. Der war ein erfolgreicher Unternehmer und setzte sich schließlich nach einem halben Jahr per Volksaufstand durch.
Gesiegt hatte damit auch die moderne, globalisierte Mittelklasse Madagaskars gegen ein abgewirtschaftetes Militärregime. Als Präsident öffnete Ravalomanana das Land mit seinen immensen Bodenschätzen und brachliegenden Ländereien für ausländische Investoren. Aber der erhoffte Investitionssegen sah für das Volk eher wie ein Ausverkauf aus. Jüngstes Beispiel: die Verpachtung einer riesigen Agrarfläche an Südkoreas Daewoo-Konzern.
Nun hat die Weltwirtschaftskrise auch Ravalomananas Visionen zerbröseln lassen. Wieder ist ein Bürgermeister der Hauptstadt angetreten, um Madagaskars Präsidenten per Volksaufstand zu stürzen. Kurzfristig müsste die internationale Gemeinschaft aktiv werden, um einen Ausgleich herbeizuführen. Langfristig sollte sie über die politischen Konsequenzen nachdenken, die eine ökonomische Öffnung für fragile Staaten bedeutet.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
14.03.2009 14:31 | Mafana
Kann meinem Vorredner nicht zustimmen. Die Lage ist vollkommen unklar, Gerüchte widersprechen sich. Offizielle Quellen sind ...
14.03.2009 05:27 | Allain Aulnier
Ravalomanana hat in der Tat versucht sein Land zu modernisieren. Gleichzeitig hat er aber auch sein Firmenimperium von sein ...
13.03.2009 18:00 | Geruest-Michl
Dieser Kommentar entspricht nicht den vorliegenden Fakten. Auf Madagaskar sind gemäß aktuellen Schätzungen maximal 140 Pers ...