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Was kann der Wald denn nur dafür, dass er so schön ist

Der deutsche Wald ist eine beeindruckend aufgeladene Landschaft. In Gedichten, Märchen und Sagen der Romantik überhöht, von völkischen Bewegungen und Nationalsozialisten zur Symbolpolitik benutzt oder als Kulisse von Heimatfilmen, die spätestens seit Ende des 21. Jahrhunderts eher den Ursprung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen verdeutlichen. Wenn auch stumm, denn der Wald, er spricht nicht wirklich, würde er sicherlich Gefallen an der irritierend dichten, wie surrealen Geschichte von Julian Rosefeldt finden, die er als eine vierkanalige Videoinstallation entworfen hat: hier wird der Wald ausgefegt, dort Nebel in den Himmel geblasen, immer steht ein Mann mit Kettensäge parat. In der Haupthandlung wird der Wald ganz wörtlich zur Theaterbühne, die Protagonisten wirken Verunsichert, der einen stinkt der Wald, der andere trauert und lässt sein Blick sehnsüchtig über das Meer gleiten. Und selbst der Wolf macht sich nach ein paar Streicheleinheiten schnellstens davon. MJ

■ Bis 20. August, Di–Sa, 11–18 Uhr, Potsdamer Str. 96