Neuordnung der sozialen Dienste

Gescheiterte Logik

Eine Reform des Öffentlichen Dienstes nach der Logik der privaten Wirtschaft – das war einmal eine Idee. Die SPD, die traditionell den Personalräten verbunden war und de facto die traditionelle Verwaltungs-Mentalität stützte, hat sich von der CDU anstecken lassen. Der Öffentliche Dienst ist nicht reformierbar, das war die neue Linie. Entweder man schafft ihn ab – oder man versucht, die alten Ämter wie die Privatwirtschaft zu organisieren.

Kommentar von Klaus Wolschner

Die obersten Sozialmanager begannen, ihren Arbeitsbereich nach Produktgruppen und Fallzahlen zu organisieren. Wer an dem Neusprech seine Zweifel hatte, gehörte zu den Ewiggestrigen.

Das Amt für soziale Dienste, so darf man wohl heute feststellen, ist regelrecht ruiniert worden durch den neuen Geist. Da gibt es eben nicht Kunden, die für Dienstleistungen bezahlen. Die Aufgabe ist komplizierter, zwischen den Bedürftigen, die ihren Bedarf nicht artikulieren, und denen, die bezahlen müssen, obwohl sie selbst nichts davon haben, zu vermitteln.

Was also dringend ansteht, ist eine fachliche Debatte, wie das Amt für soziale Dienste neu organisiert werden muss. Eine Chance, das nachzuholen, was seit 1999 versäumt wurde. Aber diesmal: ohne Roland Berger.