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Leben ist am Sterben scheitern

Filme rund um und über das Scheitern sind auf dem „Festival des gescheiterten Films“ zu sehen

„Der Tag der Befreiung“ erzählt die Geschichte von drei Senioren in einem Altersheim. Der ehemalige Dirigent Kirchhoff hält verbotenerweise einen Hund, sein Nachbar Förster unterdrückt ihn aufs Übelste. Niemand scheint etwas mitzubekommen – bis eines Tages Herr Bender eingreift.

Fast hätte auch niemand von Martin Blankemeyers 15-minütigem Film etwas mitbekommen, denn der Regisseur ist nach allen Regeln der Kunst mit seinem Film gescheitert. Hunderte Ablehnungen hat er erhalten, handwerkliche und dramaturgische Schwächen bescheinigt selbst Blankemeyer seinem Film.

Das Scheitern versteht indes H. W. Müller – Filmregisseur und Leiter des „Festivals des gescheiterten Films“ – nicht als Versagen, sondern als „bewusstes Entsagen“. Sein Festival sucht und zeigt deshalb Produktionen, die in ihrem Anspruch oder ihrer Machart derart ungewöhnlich und innovativ sind, dass sie in der gegenwärtigen Medienlandschaft schlicht zum Scheitern verurteilt sind.

Von heute bis nächsten Mittwoch zeigt das Studio-Kino rund 80 Streifen, die es nie zu kommerziellem oder sonstigem Erfolg gebracht haben – oder die sich auf irgendeine Weise mit dem Scheitern beschäftigen. Das vollständige Programm findet sich unter www.der-gescheiterte-film.com. MATT

„Festival des gescheiterten Films“, heute bis 10. Januar, Studio-Kino, Bernstorffstraße 93-95