das werk des peter sloterdijk

Bestseller: „Kritik der zynischen Vernunft“ (1983), „Sphären“ (ab 1998), „Regeln für den Menschenpark“ (1999), „Die Verachtung der Massen. Versuch über Kulturkämpfe in der modernen Gesellschaft“ (2000), „Im Weltinnenraum des Kapitals“ (2005) und „Zorn und Zeit“ (2006) – alle bei Suhrkamp.

„Zorn und Zeit“ ist Sloterdijks jüngster Vorschlag zur Deutung der Welt: ein Essay, der als Fortsetzung von Hans Magnus Enzensbergers „Radikalem Verlierer“ (2006) gelesen werden kann. Das Buch lebt von der These, die Wut der Welt finde zwar viele, ja immer mehr Adressen und Titel (Muslime, Globalisierung et al.), habe aber keine anschlussfähigen „Zornbanken“ mehr, die die wütende Energie fruchtbar machen könnten. Zentral in diesem Gedankengebäude ist dabei der Begriff „Thymotik“, den er gegen die „Erotik“ stellt – womit er die psychoanalytische Lehre anzweifelt. Der Psychoanalyse wirft er vor, das menschliche Spannungsfeld einseitig erotologisch zu beschreiben, ja den Menschen als „Hampelmann der Liebe“ erscheinen zu lassen. Sloterdijk stellt dem Eros deshalb den „Thymos“ zur Seite. „Thymos“ heißt das Organ, das die Griechen für die zornige Aufwallung verantwortlich machten. Besser bekannt als Thymusdrüse. Oder in der Tierwelt als Kalbsbries.