ZYPERN-FRAGE

Merkel fordert Bewegung von Türkei

NIKOSIA | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Türkei zu mehr Bewegung im Zypern-Konflikt aufgefordert. Merkel lobte bei ihrem ersten Besuch auf der geteilten Mittelmeerinsel die bisherigen Schritte der Republik Zypern. „Sie haben dabei wirklich auch ein sehr hohes Maß an Kompromissbereitschaft bewiesen, das bislang leider noch nicht so erwidert wurde“, sagte sie gestern in Nikosia zu Präsident Dimitris Christofias. Merkel kündigte an, sie werde die Türkei in Gesprächen immer wieder darauf hinweisen, dass der Prozess Fortschritte machen müsse. Eine Reaktion aus der Türkei blieb zunächst aus.

Zypern ist seit 1974 in den griechisch-zyprischen Süden – die Republik Zypern – und den türkisch-zyprischen Norden – die Türkische Republik Nordzypern – gespalten. Die EU betrachtet die gesamte Insel seit 2004 als Mitglied. Das EU-Regelwerk gilt aber nicht im Nordteil, solange es keine Konfliktlösung gibt. Seit einigen Jahren gibt es Gespräche über eine Wiedervereinigung. Der Konflikt behindert die Zusammenarbeit zwischen EU und Nato, aber auch die EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei. (dpa)