Kommentar von RALPH BOLLMANN

Ralph Bollmann ist Chef des Parlamentsbüros der taz. Foto: taz
Niemand kann Angela Merkel so gut widerlegen wie Angela Merkel selbst. Wortreich hat sie fast das ganze vorige Jahr begründet, warum die Lage der öffentlichen Haushalte Steuersenkungen nicht zulasse, zumindest nicht zum damaligen Zeitpunkt. Sie nahm in Kauf, dass ihr die bayerische CSU deshalb eine Mitschuld an der historischen Wahlniederlage zuschob. Zum Parteitag im Dezember hat sie die eigenen Leute mit allen Mitteln ihrer Macht auf Linie gebracht. Ziel all dieser Operationen war es, mögliche Steuergeschenke für die Bundestagswahl aufzusparen.
Nun ließe sich über kritische Punkte des Steuertarifs diskutieren, die "kalte Progression" etwa oder den "Mittelstandsbauch". Für eine Veränderung müssten aber an anderer Stelle Steuern erhöht werden. Das aber widerspräche der überparteilichen Lehre aus dem rot-grünen Hartz-Debakel: Reformen lassen sich nur umsetzen, wenn es nachher allen bessergeht und keinem schlechter.
Eine Steuerreform wird es also auf absehbare Zeit nicht geben, weil der Staat in Zeiten von Konjunkturpaketen und Bankenrettung auf Einnahmen nicht verzichten kann. Die Krise hat Merkels ursprüngliches Kalkül zunichtegemacht, mit Verweis auf glänzende Wirtschaftsdaten und nahenden Haushaltsausgleich im Wahljahr den großen Sinneswandel zu verkünden. Ganz im Gegenteil zählt nun jedes Argument doppelt und dreifach, das sie im Vorjahr gegen niedrigere Steuern anführte.
Das traut sich Merkel nicht zu sagen. Sie glaubt, dass sie im Wahlkampf 2005 zu viele Zumutungen angekündigt und deshalb fast verloren hat. Das kann aber nicht die Rechtfertigung für haltlose Versprechen sein, und es ist auch taktisch falsch. In der Krise wählen die Leute nicht die Partei, die offensichtlich die Unwahrheit sagt, sondern diejenige Formation, die das beste Krisenmanagement verspricht. Mit unrealistischen Wahlversprechen empfiehlt sich die Union dafür nicht.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

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