Bremen zahlt doch für Y-Trasse

BAHN Obwohl sie sich über Bund und Bahn ärgern, wollen Bremen und Hamburg nun doch für die Planungskosten der neuen Bahnstrecke bezahlen

Bremen und Hamburg werden sich an der Finanzierung der Pläne für die sogenannte „Y-Trasse“ der Bahn beteiligen. Dies erklärten die Regierungschefs Jens Böhrnsen (SPD), und Christoph Ahlhaus (CDU) am Rande der Sitzung des Bundesrates. Allerdings herrsche bei den beiden Bürgermeistern „Verärgerung über das unterproportionale Engagement der Bahn im Norden“, hieß es aus der Bremer Senatskanzlei.

„Verärgerung über das unterproportionale Engagement der Bahn im Norden“

äußerte Jens Böhrnsen

Die Y-förmige Schienen-Neubaustrecke zwischen Hannover, Hamburg und Bremen wird seit 20 Jahren gefordert und ist wegen der veranschlagten Milliardenkosten umstritten. Mit der Strecke soll der wachsende Verkehr aus den expandierenden norddeutschen Seehäfen bewältigt werden. Sie soll 2020 fertiggestellt sein.

Niedersachsen hatte der Bahn Anfang November zehn Millionen Euro für eine schnelle Planung vorgeschossen. Dabei hatten Bahnchef Rüdiger Grube und Niedersachsens Ministerpräsident Davic McAllister scharf kritisiert, dass die Länder Bremen und Hamburg bislang keine Zahlungen geleistet hätten.

Der Ausbau der Hafenanbindungen sei ein „zentraler Baustein für die exportorientierte deutsche Volkswirtschaft“, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung der Senate von Bremen und Hamburg. Deshalb wolle man nun zahlen, obwohl die Schieneninfrastruktur und deren Planung Aufgabe des Bundes und der Bahn seien. Ahlhaus kündigte an, bei der Konferenz der norddeutschen Bundesländer über Schritte gegen „diese offenkundige Benachteiligung“ beraten zu wollen. Die Länder verknüpften ihre Bereitschaft zur Mitfinanzierung der Planungen mit der der Forderung, die Y-Trasse verstärkt auf die Bahnknoten Bremen und Hamburg abzustimmen. Es müsse geprüft werden, wie verstärkt Güter auf bestehenden Bahnstrecken abgewickelt werden können, um Güterverkehre um die Ballungszentren herumzuleiten und so die Lärmbelastung für die Bevölkerung zu reduzieren.