Vattenfall will AKW Krümmel nach zwei Jahren Stillstand so bald wie möglich wieder in Betrieb nehmen. Atomkraftgegner kündigen massiven Widerstand anvon SVEN-MICHAEL VEIT

In Lauerstellung: Hinter einem Zaun wartet das AKW Krümmel darauf, wieder angefahren zu werden Bild: dpa
Mit massiven Protesten wollen Atomkraftgegner die Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks (AKW) Krümmel des Energiemonopolisten Vattenfall verhindern. "Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass es auch ohne Krümmel genügend Strom gibt. Niemand braucht dieses AKW. Nur Vattenfall will mit ihm weiter Profite auf Kosten der Allgemeinheit machen", sagt Jochen Stay von der Anti-Atom-Kampagne "ausgestrahlt". Krümmel sei mit weit über 300 meldepflichtigen Ereignissen einer der "unsichersten Reaktoren der Republik. Als Neubau würde er niemals mehr eine Genehmigung bekommen", so Stay.
Die erste Protestaktion soll am morgigen Donnerstag vor dem Kundenzentrum des AKW in Geesthacht stattfinden. Für 18 Uhr hat Vattenfall dort zu einem "Bürgerdialog" über die laufenden Reparaturarbeiten und die häufigen Leukämiefälle in der Umgebung Krümmels geladen. Der Epidemiologe Peter Kaatsch von der Universität Mainz, Mitautor einer Kinderkrebsstudie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz, solle dort "dem AKW einen Persilschein ausstellen", fürchten Atomkraftgegner.
Ende April war bekannt geworden, dass ein weiteres Kind in der Elbmarsch an Blutkrebs erkrankt ist. Seit 1989 sind im Umkreis von etwa fünf Kilometern um den Atommeiler 19 Kinder und Jugendliche an Leukämie erkrankt. Die genaue Ursache für diese weltweit höchste Krankenrate ist bislang ungeklärt. Viele Mediziner und Bürger machen den Atommeiler dafür verantwortlich und fordern seine Stilllegung.
Aber eben das will Vattenfall nicht. Ein Antrag auf Wiederanfahren des Meilers werde "noch im Juni gestellt werden", sagte Konzern-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow am Dienstag der taz. Sie bestätigte damit eine Äußerung des deutschen Vattenfall-Chefs Tuomo Hatakka in einem Zeitungsinterview. Eine Genehmigung könne dann "binnen einiger Tage" erteilt werden, sagte Christian Kohl, Sprecher des für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständigen Sozialministeriums. Experten der Reaktorsicherheit würden die Reparaturarbeiten in Krümmel "laufend überwachen", deshalb könne eine Endabnahme zügig erfolgen.
Krümmel steht nach dem Brand des Transformatorengebäudes seit dem 28. Juni 2007 still. Bei den Reparaturarbeiten kam es zu zahlreichen weiteren Pannen. Zeitgleich musste auch das Atomkraftwerk Brunsbüttel wegen eines Kurzschlusses in einer Schaltanlage bis jetzt abgeschaltet werden. Dort sollen die Reparaturen "hoffentlich noch dieses Jahr" abgeschlossen werden und der Reaktor wieder ans Netz gehen, sagt Meyer-Bukow. Eine vorzeitige Stilllegung des ältesten Atommeilers im Norden, dessen Restlaufzeit nach den Vereinbarungen des Atomkonsenses eigentlich 2011 enden würde, hatte Hatakka kürzlich ausgeschlossen.
Am Pfingstsamstag wurde auch das AKW Brokdorf zur Jahresrevision für etwa einen Monat vom Netz genommen. Seitdem ist die gesamte Region nördlich der Weser faktisch atomstromfrei - und kein Licht ist bislang ausgegangen.
Inklusion gelingt nicht auf Knopfdruck und bringt viele der an Schule Beteiligten an ihre Grenzen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Schulen ausreichend Fachpersonal bekommen. von Kaija Kutter
Die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) wertet die Entlassung des Kinder-Chefarztes als „dicken Fehler“.

So viel Vogeler gabs nie - geschweige denn, so viel Gemeinsamkeit. Die Worpsweder Museen, nun zu einem Verbund zusammengeschlossen, haben eine große Gemeinschaftsausstellung zum Schillerndsten der Kolonieväter auf die Beine gestellt von Henning Bleyl

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare