…WAS MACHT EIGENTLICH ... Thomas Flierl?

Olle Kamellen vorstellen

Kultursenator Thomas Flierl sieht zurzeit ziemlich erholt und gut gelaunt aus. Ausnahmsweise gibt es gerade mal keine Gedenkstätte einzuweihen, an allen drei Opern herrscht Ruhe und weder Terroristen noch ehemalige Stasi-Offiziere können ihm etwas anhaben. Der Linkspartei-Politiker kann sich also lustvoll in die Koalitionsverhandlungen werfen und dafür sorgen, auch im neuen Kabinett sein Amt zu behalten.

Wenn da nicht immer die CDU wäre. Die hatte nichts Besseres zu tun, als von Flierl Auskunft darüber zu verlangen, wie er es denn mit den „Haftorten und Repressionsapparaten der Jahre 1945 bis 1949“ halte. Gemeint sind Geheimdienstgefängnisse der sowjetischen Besatzungsmacht. Tatsächlich finden sich noch heute im ganzen Stadtgebiet Relikte von rund 60 Haftkellern und Untersuchungsgefängnissen der sowjetischen Staatspolizei (GPU). Nur an fünf Orten erinnern Gedenktafeln an die Geschichte, wie am ehemaligen „Gefängnis Nr. 4“ in Lichtenberg. Die Geschichte anderer Arrestlokale ist so gut wie unbekannt. Ein Versäumnis?

Eher ein Lückenfüller: Mangels echter Aufreger befasste man sich bei der Senatspressekonferenz mit dem CDU-Antrag. Flierl wischte das Thema routiniert in elf Minuten vom Tisch. Er verwies auf bereits geleistete Arbeit von Bürgervereinen und der Gedenkstätte Hohenschönhausen. Und entschwand zur Fraktion. Breit lächelnd, als wolle er sagen: „Netter Versuch!“ Nach fünf Jahren braucht es schon mehr als die CDU, um ihm die Laune zu verhageln. API     FOTO: SENAT