Der Osten wieder! Arm wie ne Kirchenmaus ist er, hoffnungslos unmodern, total ungebildet, extrem rechtsradikal und nun macht er (natürlich auf Kosten der Steuerzahler) auch noch westdeutsche Kleinbauern platt, die nichts anderes im Sinn haben als die Hege und Pflege unserer tradierten heimischen Natur!
Aber mal im Ernst, Leute: Erstens sagt die Liste lediglich etwas darüber aus, wer die größten Einzelposten bekommt, und nichts über die Verteilung der Gesamtsumme oder den Anteil der Einzelposten am Kuchen, und zweitens sind 130 Arbeitsplätze in einer Region, in der es sonst gar keine Arbeit gäbe, für die davon Betroffenen eine ernst zu nehmende Alternative zu Hartz VI. Die Abwanderung stoppen wollte auch die taz bereits mehrfach und wie das gehen soll ohne Jobs, hat sie bisher nicht erklärt. Übrigens: Leute, die 2.333 Euro Brutto im Monat verdienen (nicht, dass ich annehmen würde, die Subventionen kämen wirklich oder gar in voller Höhe bei den Beschäftigten an) zählen in diesem Land angeblich schon zu den Geringverdienern. Freischaffende Journalisten jedenfalls würden vermutlich keine Kälber mästen wollen, auch nicht fürs Doppelte. Hier eine Neiddebatte zu eröffnen, hilft weder den Kühen noch dem Klima und den Menschen auch nicht. Schon gar nicht denen im Osten.
Es nützt nichts: Die Subventions-Regeln werden in Brüssel gemacht. Von langweiligen EU-Beamten und EU-Abgeordneten, die selten jemand ernst nimmt. Auch die taz hat offenbar nicht mehr drauf, als am Ergebnis von Verhandlungen rumzumeckern, die sie weder kritisch begleitet noch überhaupt verfolgt hat. Sich instrumentalisieren zu lassen von denen, denen die Effizienz ostdeutscher Großbetriebe schon länger ein Dorn im Zeh ist (nicht, weil sie Dinge wie Kleinteiligkeit und Nachhaltigkeit ganz besonders lieben, sondern nur, weil sie Konkurrenten besonders hassen) ist jedenfalls keine Kunst. Das geht ganz leicht mit Texten wie diesem.
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