Kritisch-normativ und empirisch-analytisch

UNIVERSITÄT Neues Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung gegründet

WissenschaftlerInnen aus so verschiedenen Bereichen wie Sport und Bildung, Gesundheit, Psychologie und Ethnologie sowie den Kultur- und Sozialwissenschaften sollen in einem neuen Institut der Humboldt-Uni zusammenarbeiten. Diese interdisziplinäre Kooperation stelle in der Integrations- und Migrationsforschung etwas Neues dar, sagte bei der Eröffnung am Mittwoch die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, stellvertretende Direktorin des neuen Instituts mit dem Kurznamen BIM.

Integrationsforschung werde zwar bereits an einigen deutschen Universitäten betrieben, nehme aber meist entweder eine kritisch-normative Perspektive oder eine empirisch-analytische ein. Das BIM solle beide Blickwinkel verbinden und Forschungsergebnisse aus den verschiedenen Wissenschaftsbereichen zusammenführen, so Foroutan.

Dafür konnte die Uni ein facettenreiches Gremium von Kuratoren und UnterstützerInnen gewinnen: den Deutschen Fußball-Bund, die Hertie-Stiftung und die Bundesagentur für Arbeit. Den Vorsitz des Kuratoriums hat Aydan Özoguz, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, inne. Wie alle Kuratoren verspricht sie sich von dem neuen Institut auch Impulse für ihre Arbeit sowie für die gesellschaftspolitische Debatte über Einwanderung, die „von sehr vielen Ängsten dominiert“ werde. Das BIM habe die Aufgabe, so Özoguz, „darzustellen, wie die Dinge wirklich sind“.

Das neue Institut vereint profilierte Fachleute wie den Charité-Mediziner Andreas Heinz, Experte für Migration und psychische Gesundheit, oder die Sozialwissenschaftlerin Gökce Yurdakul. Für erste Ergebnisse, bat BIM-Direktor und Sportwissenschaftler Sebastian Braun, dennoch um etwas Zeit: Auch das interdisziplinäre Team müsse sich erst integrieren.