„Bilder vom Altwerden“

Theaterfestival für, von und mit Menschen ab 60

taz: Herr Sünkel, warum ein Festival für Menschen ab 60, haben die Theater nicht eher Nachwuchsprobleme?

Steffen Sünkel: Ich glaube, Theater für eine spezielle Zielgruppe funktioniert gar nicht so richtig. Wir wenden uns mit unserem Programm an eine theaterinteressierte Öffentlichkeit, die kann auch 60 sein. Es gibt ja auch das Junge Schauspielhaus, was von Jugendlichen frequentiert wird, aber auch ganz viel von älteren Menschen. Und das Herzrasen-Festival beleuchtet eben noch mal Themen von einer anderen Seite, von einer älteren Seite.

ist Dramaturg am Schauspielhaus und Kurator des Festivals „Herzrasen“ 

Was sind das für Themen?

Das Thema Generation ist ein ganz wichtiges. Also Fragen wie: Was ist denn heute eine Familie? Gibt es sowas überhaupt noch? Auch tradierte Bilder vom Altwerden, das wandelt sich, glaube ich, extrem von Jahr zu Jahr. Es gibt zum Beispiel ein Stück mit einer 93-jährigen Frau, die sagt, jetzt ist für sie der richtige Zeitpunkt, Kinder zu bekommen.

Wer tritt alles auf?

Wir haben professionelle Gruppen und Produktionen, wo Laien von professionellen Regisseuren angeleitet werden. Auch jemanden wie Joachim Meyerhoff mit seiner Produktion „Alle Toten fliegen hoch“. Das ist so die Bandbreite vom Schauspieler des Jahres bis zu Amateurgruppen.