Kommentar von MANFRED KRIENER
Deutschland im Schweinegrippen-Fieber: Nachdem wochenlang jedes Hüsteln eines Flugreisenden in der "Tagesschau" gemeldet wurde, erreichen die Ansteckungszahlen jetzt die Ausmaße einer normalen, akuten Grippewelle. Schon schlagen die Nebenwirkungen bis zu den Krankenkassen durch.
Die wollen auf die Kostenbremse treten. Womöglich aber an der falschen Stelle. Zusatzkosten von 600 Millionen Euro für die Schutzimpfung der Deutschen seien nicht aus der Portokasse zu bezahlen, mosern sie und verlangen Zusatzbeiträge oder Beitragsanhebungen, weil ihre Budgets angeblich ins Rutschen kommen.
Richtig ist, dass Impfungen in dem Ausmaß wie jetzt gegen die neue Influenza nicht zum Routinegeschäft der Kassen gehören. Klar muss aber auch sein, dass die Kosten nicht auf die Versicherten abgewälzt werden.
Die Schutzimpfung ist sinnvoll und Bestandteil staatlicher Daseinsvorsorge. In Zeiten, da Hunderte von Milliarden in marode Bankhäuser gesteckt werden und Porsche-Chefs 50 Millionen Flaschenpfand kassieren, sind 600 Millionen für die Krankheitsvorsorge eines ganzen Landes eher peanuts und sicher nicht beitragsrelevant.
Dass die Kassen aufs Geld achten, ist angesichts der Hysterie durchaus notwendig. Zum Beispiel Tamiflu. Das teure Grippemittel sollte nicht länger wie Smarties verordnet werden. Viele Fachleute sagen, dass die neue Grippe in der Regel so harmlos verlaufe, dass sie auf jede antivirale Arznei verzichten würden. Sie sollten es lauter sagen, denn die Resistenzbildung könnte bei Dauerverordnungen schnell zum ernsten Problem werden.
Im Übrigen ist zu prüfen, ob nicht Verlegerverband und deutsches Fernsehen, die aus dem Hype um die "Todesgrippe" (Bild) täglich Honig saugen, einen Teil der Impfkosten tragen.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
29.07.2009 23:20 | simi
Liebe TAZ ...
29.07.2009 15:14 | Piggeldy
Na wunderbar, nun hat es die Impflobby in Tateinheit mit der WHO ,der Pharmaindustrie und willfährigen Politikern geschafft ...
29.07.2009 09:56 | Moritzle
Das ganze ist sowieso lächerlich. ...