Kommentar von CHRISTIAN RATH
Der Angeklagte Fritz G. ließ keinen Zweifel: Seine Gruppe hatte wirklich einen mörderischen Anschlag in Deutschland geplant und er hat im Auftrag einer usbekischen Terroreinheit namens Islamische Dschihad-Union (IJU) gehandelt. Und ja, diese IJU existiert wirklich. Mit seinen Aussagen hat Fritz G. wohl endgültig allen Spekulationen den Boden entzogen, dass es sich bei der Anklage ganz oder teilweise um eine Konstruktion deutscher, amerikanischer oder usbekischer Sicherheitskreise handelt.
Dennoch sind die Nachrichten aus diesem Prozess nicht nur beunruhigend. Die IJU hatte die vier Angeklagten der sogenannten Sauerland-Zelle mit dem Anschlag beauftragt, weil es ansonsten einfach niemanden gab, der einen derartigen Job hätte erledigen wollen. Auch die vier Verdächtigen fühlten sich für ein derartiges Unterfangen weder gut gerüstet noch besonders geeignet, da sie zuvor schon ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten waren.

Christian Rath ist rechtspolitischer Korrespondent der taz. Foto: taz
Das oft bemühte Bild, in Deutschland könnten Dutzende von islamistischen Schläfern - also unerkannte Terroristen - auf ihren Einsatz warten, wurde in diesem Prozess also nicht ansatzweise bestätigt.
Beruhigend auch, dass die kleine Schar der Terroristen von Beginn an unter der Beobachtung der Sicherheitsbehörden stand. Diese hatten sich zwar teilweise - möglicherweise absichtlich - so plump angestellt, dass die Verdächtigen ihre Überwachung sofort bemerkten. Trotzdem hatten sie sich dazu entschlossen, ihr Vorhaben unter den Augen der Polizei fortzuführen.
Die islamistischen Terroristen sind zwar zu allem entschlossen, ihre entscheidende Schwachstelle ist aber, dass sie nicht einmal Sprengstoff haben und diesen mühsam aus Industriechemikalien herstellen müssen. Das verhindert spontane Aktionen und erleichtert den Zugriff des Staats.
Für die kriminalpolitische Debatte kann aus diesen Erkenntnissen also niemand Honig saugen. Bürgerrechtler müssen anerkennen, dass ein gewisses Maß an Kommunikationsüberwachung, wenn es die Richtigen trifft, Anschläge mit Hunderten von Toten verhindern kann. Die Sicherheitsbehörden müssen sich aber vorhalten lassen, dass ihr Instrumentarium ziemlich gut funktioniert hat, es also keinen Grund für ständige Verschärfungen gibt.
Die Vermittlung von Spenderorganen läuft bislang intransparent und unkontrolliert. Und die Politik tut alles dafür, damit das so bleibt. von Heike Haarhoff
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
12.08.2009 17:58 | aso
@ julian: ...
11.08.2009 22:52 | julian
@ Hysteriker a.k.a. aso: Zum Mitmeißeln: ES GIBT KEINE SICHERHEIT vor terroristischen Anschlägen. Ich bin mir dessen bewuss ...
11.08.2009 14:38 | Martin B.
Ich weiß ja nicht, was Herr Rath mit einem “gewissen Maß an Kommunikationsüberwachung“ meint. Wenn ein konkreter Verdacht ...