„Kreative Parade“

FLÜCHTLINGE Die Mobilisierung für die Lampedusa-Soli-Parade beginnt heute mit einer Bastelstunde

taz: Herr Lourenco, man hat den Eindruck, dass sich die Hamburger nicht mehr so stark für die Lampedusa-Gruppe interessieren. Ist das so?

Ralf Lourenco: Sicherlich gehen politische Anliegen im Alltag unter. Außerdem hat sich der Senat einfach stur gestellt und die Thematik ignoriert. Es fehlt vielleicht auch an Ideen, wie man weiterhin etwas bewirken kann. In den letzten Wochen ließ der Senat durch die Medien verbreiten, dass Problem wäre gelöst. Aber das Gegenteil ist der Fall.

Gibt es denn noch genug Unterstützer?

Wir haben nach wie vor zahlreiche Unterstützer. Die helfen uns mit Sachspenden wie Decken, Essen oder stellen Schlafplätze zur Verfügung.

■ 48, der Sprecher der Organisation „Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen“, hat kein Foto von sich.

War das Schicksal der Lampedusa-Gruppe auch eine Art politischer Weckruf für die Hamburger?

Die Gruppe hat ihre Geschichte, in der Krieg und Flucht bestimmend waren, in die Öffentlichkeit gebracht und somit die politischen Missstände für internationale Flüchtlinge aufgezeigt. Dafür haben die Flüchtlinge hier viel Verständnis und Solidarität bekommen. Und sie haben den Wunsch bei den Bürgern geweckt, politisch etwas zugunsten der Flüchtlinge verändern zu wollen.

Heute wollen Sie mit Unterstützern für die geplante Demonstration am 1. März gemeinsam basteln. Worum geht es bei der Demo?

Sie soll aufzeigen, dass die Problematik der Flüchtlinge weiterhin besteht und viele Bürger eine politische Lösung vom Hamburger Senat erwarten. Es soll eine lebendige und kreative Parade mit viel Bürgerbeteiligung werden.

Und wie wollen Sie diese Beteiligung erreichen?

Wir rufen zur Teilnahme an den Workshops und den Demonstrationen auf. Sachspenden und finanzielle Spenden werden nach wie vor dringend gebraucht.

INTERVIEW: ANNA MARIA VIDAL

Basteln für die Lampedusa-Soli-Parade: 16 bis 22 Uhr, Buttclub, Hafenstraße 126