UNTERNEHMEN GEHT DER NACHWUCHS AUS

IHK: Berlin braucht mehr Azubis

Berliner Unternehmen hätten Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen, sagte der Geschäftsführer der Berliner Industrie- und Handelskammer, Jan Eder, am Mittwoch. Der Fachkräftemangel führe zu einem Lehrstellenüberschuss: „Betriebe akzeptieren heute Jugendliche, die sie vor fünf Jahren nicht akzeptiert hätten.“

Problematisch sei außerdem, dass 17 Prozent der Ausbildungsbetriebe gar keine Bewerbungen erhielten und 31 Prozent der Azubis ihren Ausbildungsplatz nicht anträten. Auch die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sei um ein Zehntel gesunken: von 9.807 auf 8.776 im vergangenen Jahr.

Berlin solle nach Hamburger Vorbild Jugendberufsagenturen einrichten, forderte Eder, um alle Ausbildungsmaßnahmen an einem Ort zu bündeln. Zudem müssten Sanktionen gegen Jugendliche verhängt werden, die Ausbildungsangebote nicht wahrnehmen. Eder kündigte an, die IHK werde mehr tun, um freie Plätze und ausbildungssuchende Jugendliche zusammenzubringen. Zudem schaltet die Kammer eine Telefonnummer für Unternehmen, die Probleme haben, ihre Lehrstellen zu besetzen.