Bei einer Polizei-Razzia starb Noordin Top, Südostasiens meistgesuchter Terrorist. Identifiziert wurde Top anhand seiner Fingerabdrücke. Im August war er schon einmal für tot erklärt worden.von NICOLA GLASS

Der indonesische Polizeichef Bambang Hendarso Danuri zeigt Noordin Tops Fingerabdrücke. Bild: dpa
BANGKOK taz | Jetzt hat es ihn offensichtlich doch erwischt: Der Terrorist Noordin M. Top ist während einer Polizeirazzia in Zentraljava ums Leben gekommen. Das bestätigte Indonesiens Polizeichef Bambang Hendarso Danuri am Donnerstag. Noordin sei durch Fingerabdrücke identifiziert worden. Er soll sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag selbst in die Luft gesprengt haben. Mit ihm starben drei weitere Menschen.
Indonesische Medien hatten den Tod des malaysischstämmigen Terroristen schon bei einer Razzia im August gemeldet. Das war vorschnell. Denn Gentests ergaben später, dass es sich bei dem Toten um einen anderen Extremisten handelte.
Noordins Tod dürfte ein empfindlicher Schlag für den Terrorismus in der Region sein. Der 41-Jährige galt als meistgesuchter Mann Südostasiens mit engen Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Er fungierte er als Rekruteur und Geldbeschaffer des regionalen Terrornetzwerks Jemaah Islamijah (JI), weshalb ihn die Medien "Money Man" tauften. So wird er für die Anschläge auf die Luxushotels Marriott sowie Ritz-Carlton in Jakarta im Juli und in Bali im Oktober 2002 verantwortlich gemacht.
Die jahrelange Jagd auf ihn hatte sich zu einem wahren Katz-und-Maus-Spiel entwickelt. 2003 floh Noordin rechtzeitig vor einer Polizeirazzia in seinem damaligen Versteck in der Stadt Bandung. Auch im Herbst 2005 entkam er seinen Jägern nur knapp. Noordin soll mit drei Frauen verheiratet gewesen sein. Seine dritte Ehefrau sagte vor kurzem in einem Verhör aus, sie habe von der Identität ihres Mannes nichts gewusst, bis sein Foto in den Medien aufgetaucht sei.
Während die Ermittler in den letzten Jahren hunderte JI-Aktivisten verhafteten oder dazu brachten, mit der Polizei zu kooperieren, gründete Noordin eine Splittergruppe. Führende Köpfe der JI hatten sich gegen neue Anschläge ausgesprochen, weil dabei immer wieder auch Muslime getötet würden.
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