Die Autonomen versuchen den militanten Kampf einzugemeinden.

Die Gewalt bleibt unser!

Kommentar von JAN KAHLCKE

Versteh einer die Autonomen: Da sorgen sie beim Schanzenfest vor ihrer Haustür die halbe Nacht für Ordnung wie ein Kleingartenverein. Und wenn das hinterher allenthalben gelobt und die Gewalt anderen Gruppen zugeschrieben wird, ist es auch wieder nicht recht. Dann versuchen sie den militanten Kampf einzugemeinden, als gelte es das Gewaltmonopol im Schanzenviertel zu verteidigen - ohne dass jemand die hochnotpeinliche Gewaltfrage gestellt hätte.

War das Gesäusel von Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) in der Bürgerschaft, das Schanzenfest sei ein "zartes Pflänzchen, das wir hegen, pflegen und stärken müssen" einfach zu viel für die alten Schanzen-Kämpen? Oder müssen sie um ihre Glaubwürdigkeit fürchten, wenn andere ihnen die Militanz wegschnappen?

Man kann die aufmunternden Worte der Schanzenfest-Organisatoren an die Randalierer, die die Lerchenwache angegriffen haben, auch als Nachwuchsarbeit verstehen. Nach dem Motto: Ihr gehört zwar nicht zu uns, verfügt aber schon mal über wichtige Basisqualifikationen.

Dass Gewalt immer irgendwo herkommt, also durch das gesellschaftliche Sein begründet ist - das ist so wahr wie gemeinplatzig. Aber wird sie dadurch automatisch politisch oder gar legitim? Dann ist es bis zur Rechtfertigung von Hooligan-Schlägern nicht weit.

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