Der Ölkonzern CNOOC will angeblich groß in Nigeria einsteigen. Das wäre das bislang größte Rohstoffgeschäft Chinas in Afrika. Doch Shell und Co sind noch im Spiel.von DOMINIC JOHNSON

Fu Chengyu, Vorsitzender und Geschäftsführer von CNOOC im August 2009. Bild: ap
Die ölhungrigste Nation der Welt greift nach den größten Ölreserven Afrikas südlich der Sahara. Wie die britische Financial Times berichtet, verhandelt Chinas drittgrößter staatlicher Ölkonzern CNOOC mit Nigerias Regierung über den Erwerb von Anteilen an einem Sechstel der Ölfelder des Landes. Sie sind, wie es heißt, bis zu 30 Milliarden Dollar – über 20 Milliarden Euro – wert.
Damit würde ein Erfolg alle bisherigen Rohstoffgeschäfte Chinas in Afrika in den Schatten stellen. Das Blatt beruft sich auf ein Schreiben des Präsidialamtes von Nigerias Präsident Umaru YarAdua an CNOOC vom 13. August, das ein bestehendes chinesisches Angebot zwar als "inakzeptabel" verwirft, aber "Interesse" für den Fall eines "günstigen revidierten Angebots" bekundet.
Nigeria ist traditionell mit bis zu 2,3 Millionen Barrel täglich der größte Ölförderer Afrikas südlich der Sahara, hat diesen Platz jüngst aber wegen anhaltender Aufstände in den Ölgebieten an Angola eingebüßt und massive Einbrüche in den Exporteinnahmen verzeichnet. Nigeria und Angola werden immer wichtiger für die Ölversorgung sowohl Chinas als auch der USA. Das heizt den Wettbewerb zwischen diesen beiden Mächten um Afrikas Ressourcen an.
Bei den nigerianisch-chinesischen Gesprächen soll es um Anteile an 23 Ölkonzessionen geben, die derzeit westliche Ölfirmen wie Chevron und Exxon aus den USA oder Total aus Frankreich und Shell aus Großbritannien halten. 16 dieser Lizenzen laufen Ende 2009 aus. Ob die Gespräche dazu dienen sollen, Nachfolger zu finden oder lediglich von den westlichen Konzernen höhere Zahlungen für neue Verträge zu erpressen, ist derzeit offen. Nigerias Präsidentschaft erklärte gestern, es gebe "keine endgültige Position" und man sei in Verhandlungen "nicht nur mit CNOOC, sondern auch mit allen anderen Partnern". Der chinesische Konzern verweigerte die Stellungnahme.
CNOOC hatte erstmals 2006 einen Anteil an einem von Total betriebenen Tiefseeölfeld vor der nigerianischen Küste für 2,69 Milliarden Dollar erworben. Dort werden laut Total derzeit 175.000 Barrel pro Tag gefördert. Auch Nigerias größte Ölraffinerie in der Stadt Kaduna sollte für 2,3 Milliarden Dollar an CNOOC verkauft werden, um sie instandsetzen und eine funktionierende Benzinversorgung in Nigeria gewährleisten zu können. Doch der Deal scheiterte.
Im Juni 2009 kaufte die chinesische Ölfirma Sinopec für 7,2 Milliarden Dollar die Schweizer Öl- und Gasfirma Addax, die in Nigeria und unter anderem Irakisch-Kurdistan operiert. Möglicherweise zielt der Vorstoß von CNOOC nun darauf, in den bestehenden Joint-Ventures zwischen Ölmultis und Nigerias Staat nicht die Anteile der Ölmultis zu erwerben, sondern die des nigerianischen Staatskonzerns NNPC (Nigeria National Petroleum Corporation). Er soll nach Plänen der Regierung umstrukturiert und für private Investoren geöffnet, also teilprivatisiert werden.
Ein entsprechendes Ölgesetz ist allerdings seit Monaten in Nigerias Parlament blockiert. Unter anderem verlangen die Provinzgouverneure der Ölstaaten im Niger-Flussdelta, dass die Ölreserven zukünftig den Bundesstaaten gehören und nicht mehr der Zentralregierung. Die ausländischen Ölkonzerne wiederum warnen vor einer Verschlechterung ihrer Vertragsbedingungen. Als Reaktion darauf machen nigerianische Medien Stimmung gegen eine angebliche "multinationale Verschwörung zum Investitionsstopp".
Ein großer Einstieg Chinas in Nigerias Ölsektor wird erst möglich sein, wenn diese und andere Fragen geklärt sind. China ist ohnehin ein zunehmend wichtiger Wirtschaftspartner für Nigeria. Chinesen haben beim Aufbau von Weltraumtechnologie samt Start von Kommunikationssatelliten mitgeholfen und sanieren Nigerias Banken, Eisenbahnen und Universitäten. Chinesische Unternehmer werden auch in Nigerias verarbeitender Industrie immer wichtiger. Nach einem Zeitungsbericht hat eine Hochschule im Bundesstaat Ogun im Südwesten des Landes Chinesischunterricht eingeführt. 70 Prozent der Fabriken des Bundesstaates sollen in chinesischen Händen seien.
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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
03.01.2011 21:57 | Anne
Was ist aus dieser Geschichte eigentlich geworden?
07.11.2009 10:40 | Fischer-Häke
... pikanter Weise steht inmitten Ihres Artikels eine Anzeige mit Hilfeaufruf für leidende afrikanische Kinder. Im Artikel ...
30.09.2009 03:16 | asd
rostoffe dürfen in einer freien marktwirtschaft eigentlich garnicht in privater hand liegen! ...