Kommentar von RICHARD ROTHER
Wer gerade Angst um Arbeitsplatz und Einkommen hat - für den ist es sicher nur ein schwacher Trost: Die Krise hat auch ihr Gutes. Vor genau einem Jahr musste die große Koalition den Börsengang der bundeseigenen Deutschen Bahn AG im allerletzten Moment absagen - wegen des heraufziehenden Konjunktureinbruchs. Und jetzt müssen die künftigen Koalitionäre von Union und FDP, beide ausgewiesene Privatisierungsbefürworter, den Verkauf der Bahn auf die lange Bank schieben - wegen der anhaltenden Krise. Zu gering wären die erwarteten Einnahmen, so dass eine Veräußerung kaum vermittelt werden könnte; selbst Bahnchef Rüdiger Grube spricht von "Wertvernichtung". Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und das gibt Anlass zur Sorge.
Denn auch ohne einen Teilverkauf kann Schwarz-Gelb die Weichen falsch stellen. Im Gespräch ist eine Trennung von Netz und Betrieb. Diese fordert die FDP, während die Union zögert. Eine Trennung käme einer Zerschlagung des Unternehmens Bahn gleich, und sie würde den bahninternen Arbeitsmarkt gefährden. Und sie wäre die Sollbruchstelle hin zu einer Privatisierung, weil die Bahn sich anschließend leichter verkaufen ließe.
Für manche Bahnkritiker hat die Trennung von Netz und Betrieb allerdings auch Charme - wäre doch der renditeorientierten DB AG der Zugriff auf das Schienennetz entzogen und könnte der Staat endlich bahnpolitisch eigene Fakten schaffen. Fraglich aber ist, ob Union und FDP dafür die richtigen Akteure sind. Denn denen geht es um Wettbewerb an sich; nicht darum, ob er am Ende den Kunden dient. Mit der Trennung von Netz und Betrieb wäre der Zug hin zu einer Bürgerbahn in öffentlicher Hand, wie es sie in der Schweiz mit großem Erfolg gibt, abgefahren.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
09.10.2009 23:48 | Peter Kasel
Trennen von Netz und Betrieb ist die Lösung des Bahn-Dilemmas, sogar mehrere Bahnunternehmen auf einer Strecke, dann gibt e ...
09.10.2009 06:58 | Zum Wohl
Demnächst müssen Kanzlerin und die MinisterInnen des neuen Kabinetts einen Amtseid leisten. Und darin heißt es: ...
08.10.2009 22:13 | Beifahrer
Genau umgekehrt: Nur mit einer Trennung von Netz & Betrieb hat eine Bürgerbahn wirklich eine Chance. Denn die Erfahrungen s ...