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Unfriedlicher Vatertag

Die Bilanz: Mehrere rassistisch motivierte Überfälle in Ostdeutschland mit zum Teil schwer verletzten Opfern

Berlin taz/dpa ■ Weimar, Wismar, Berlin: Bei einer Serie offenbar ausländerfeindlich motivierter Überfälle in diesen Städten wurden am Donnerstag mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt.

In Weimar überfielen mutmaßlich rechte Schläger drei Männer aus Mosambik und Kuba. Ein Mosambikaner erlitt dabei schwere Kopfverletzungen, sein 45-jähriger Landsmann kam mit Prellungen im Gesicht davon. Einem 45-jährigen Kubaner wurde das Nasenbein gebrochen, sagte die Polizei am Freitag. An dem Übergriff auf eine private Feier beteiligten sich laut Staatsanwaltschaft Erfurt rund fünfzehn Männer. Acht von ihnen konnten festgenommen werden, gegen drei wurde Haftbefehl erlassen.

In Wismar traktierten fünf junge Männer auf einem Flohmarkt einen 36-jährigen Geschäftsmann aus Indien mit Schlägen und Tritten. Zuvor hatten sie bereits durch faschistische Parolen auf sich aufmerksam gemacht. Entsprechende Zeugenangaben bestätigte gestern Oberstaatsanwalt Christian Pick in Schwerin. In zwei Fällen stellte er Antrag auf Haftbefehl.

In Berlin nahm die Polizei insgesamt 14 Personen fest. Sie hatten sich an drei ausländerfeindlichen Überfällen beteiligt. Diese richteten sich gegen vier Türken, einen Libanesen sowie einen Mann aus Guinea. Darüber hinaus stellte die Polizei insgesamt 60 zum Teil indizierte Musik-CDs sicher und erstattete gegen sieben Personen Anzeige. Zuvor waren aus einer Wohnung im Stadtteil Hellersdorf antisemitische Parolen laut geworden.

Krawalle wurden ferner aus Lübeck, Dresden und Groß Särchen bei Hoyerswerda gemeldet. mnz