Kommentar von MAXIMILIAN PROBST
Die Geschichte um das Manifest der freien Kulturschaffenden entwickelt sich mehr und mehr zu einem Lehrstück über die Macht der Vereinnahmung und die Ohnmacht der Vereinnahmten. "Und wir sind nicht dabei", lautete die Kernaussage des Manifestes.
Was aber ist passiert? Zwei Tage später steht der Text im Abendblatt, Wort für Wort. In der Zeitung, die gerade Woche für Woche ihre Stadt-Hymnen anstimmt. "100 Dinge, die man in Hamburg erlebt haben muss", gestern Teil acht: Ein großer Artikel über den "Feinschmecker-Boulevard" im Alsterhaus. Ein kleiner Artikel über das "Uebel und Gefährlich", mit Foto des Betreibers, der bei der Vorstellung des Manifestes im Gängeviertel noch auf dem Podium saß. Besser lässt sich das "befriedete Fantasieland mit Blankenese und Schanze", wie es geißelnd im Manifest heißt, wirklich nicht illustrieren.
Warum diese Vereinnahmung so fingerspielend gelingt? Weil dem Manifest die Grundlage fehlt: eine handfeste Kapitalismuskritik.
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Leserkommentare
03.11.2009 11:19 | Franka
Wenn eine Zeitung inzwischen leider auch den allgemeinen bürgerlichen Mainstream à la GAL wieder gibt, dann ist es di ...
03.11.2009 00:25 | Autsch, dastut weh.
Der taz fehlt eine grundlegende Kapitalsimuskritik.
02.11.2009 23:53 | Nicole
Nachdem Maximilian Probst schon am Freitag eine schmierige Polemik schreiben durfte, in der er sich über das Anliegen der K ...