Kommentar von BETTINA GAUS
Es gibt Jubiläen, die fallen so günstig, dass man sie erfinden müsste, wenn es sie nicht gäbe. Einen besseren Termin für den 20. Jahrestag des Mauerfalls hätte die Kanzlerin sich nicht wünschen können.
Und selbst dem US-Präsidenten - dem ein gutes deutsch-amerikanisches Verhältnis nicht ganz so wichtig ist wie dem Gast aus Berlin - dürfte es gelegen kommen, dass die deutsche Regierungschefin ausgerechnet jetzt mit der Einladung zu einer Rede vor beiden Häusern des Kongresses geehrt wurde. Denn der Auftritt von Angela Merkel ist nicht der vorläufige Höhepunkt einer innigen transatlantischen Beziehung, sondern die Chance, eine schwierige Situation zu entkrampfen. Also die Gelegenheit zu einem Neuanfang.
Ein neuer Anfang, der vertrauten Mustern folgt. Der Weg zur Wiedervereinigung fügt sich ein in jenen Teil der Geschichte, in dem Deutsche gute Gründe hatten, den USA dankbar zu sein.

Bettina Gaus ist politische Korrespondentin der taz. Foto: taz
Von der Luftbrücke bis zur Unterstützung des Wunsches nach der deutschen Einheit, auch gegen den Willen verbündeter westlicher Staaten, lässt sich eine Linie ziehen. Diese Ereignisse werden in der Bundesrepublik auch von der Mehrheit derjenigen positiv gewürdigt, die andere Entscheidungen der Politik der Vereinigten Staaten - wie beispielsweise seinerzeit die Nachrüstungsbeschlüsse - kritisch sehen.
Die Rednerin hat also deshalb im Kongress die Gunst der Stunde genutzt, die erfreulichen Seiten des Bündnisses ins Gedächtnis zu rufen. Wichtig ist das aus zwei verschiedenen Gründen: weil es derzeit auf mehreren Gebieten ernste Meinungsverschiedenheiten zwischen den Regierungen in Washington und Berlin gibt.
Im Weißen Haus haben Barack Obama und Angela Merkel unter anderem über Klimaschutz, über den Krieg in Afghanistan und über die Weltwirtschaft gesprochen - samt und sonders Themen, bei denen es nicht um trauliche Reminiszenzen, sondern um handfeste Interessengegensätze geht.
Hinzu kommt, dass die Chemie zwischen Kanzlerin und US-Präsident bisher nicht besonders gut war. Ob man sich mag, spielt aber auch in der Politik eine Rolle. In den nächsten Jahren müssen die beiden miteinander auskommen, ob sie wollen oder nicht. Da trifft es sich gut, dass es nun eine so gute Gelegenheit gab, einfach nett zueinander zu sein.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
05.11.2009 17:05 | Pronto Sauer
Nur Nettigkeiten? ...
04.11.2009 13:24 | Carolus Magnus erodierendes Imperium
Eine glanzvolle rede hat sie da hingelegt im US-congress, "unsere" Angela. Durch und durch inspirierend, nuancenreich getra ...
04.11.2009 08:38 | A,mos
Merkel durfte eine Rede halten. Und was muss sie jetzt der USA für Zugeständnisse machen? Darf dafür ...