Beamte schlagen zu

Bundespolizisten sollen einen Angolaner misshandelt haben. Grund: Er wehrte sich gegen seine Abschiebung

Schwere Vorwürfe erhebt ein Angolaner gegen mehrere Beamte der Bundespolizei Berlin. Antonio Prospeiro Manuel gibt an, in der Nacht zum Donnerstag misshandelt worden zu sein, nachdem er sich gegen seine Abschiebung zur Wehr gesetzt hatte. Zurzeit befindet sich der 39-Jährige im Abschiebegefängnis Köpenick. Das Landeskriminalamt ermittelt.

Manuel sollte vom Schönefelder Flughafen in die angolanische Hauptstadt Luanda gebracht werden. An Bord sei er von drei Beamten gefesselt worden, berichtete Manuel gegenüber seinem Rechtsanwalt Ibi Amuru. Er habe sich zur Wehr gesetzt und laut geschrien. Dabei sei er von einem Beamten gewürgt, auf den Rücken und in die Nierengegend geschlagen worden. Der Pilot weigerte sich auf Initiative anderer Passagiere daraufhin, die Maschine zu starten. Nach der Rückkehr ins Flughafengebäude sei Manuel von einem weiteren Beamten im Dienstraum der Bundespolizei gegen eine Bank geworfen worden.

Nach Aussagen von Irène Kissasse und Roland Prejawa vom Verein „Pro Afrika“ befand sich der Angolaner nach den Ereignissen in einem desolaten psychischen und physischen Zustand. Auch Amuru hatte den seit 14 Jahren in Deutschland lebenden Angolaner gestern in der Haft besucht: „Es sind eine Schürfwunde auf der Stirn, eine Beule unter dem linken Auge und großflächige Hämatome auf dem Rücken zu erkennen“, berichtete er gegenüber der taz.

Dem Angolaner drohen nach Aussage seines Anwalts in seiner Heimat Haft und Folter, weil er Mitglied der oppositionellen Gruppe Befreiungsfront für Cabinda (FLEC) ist. Trotzdem erfolgte die Abschiebung, da der Asylantrag des Angolaners nicht anerkannt wurde. „Vier Folgeanträge wurden ebenfalls nicht akzeptiert“, sagte Amuru. Trotz einer positiven Entscheidung der Härtefallkommission sei Innensenator Ehrhart Körting (SPD) nicht bereit gewesen, dem Flüchtling einen Aufenthalt in Berlin zu erlauben, kritisierte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen in Berlin, Jasenka Villbrandt. „Körting will sich um jeden Preis im Vorfeld der Wahlen als Hardliner präsentieren“, erklärte sie weiter.

Die Bundespolizei nimmt den Fall nach eigenen Angaben sehr ernst. „Wir werden alles für die Aufklärung tun“, erklärte Jörg Kunzendorf, Pressesprecher der Bundespolizei Berlin. Aufgrund des laufenden Verfahrens war er jedoch zu keinen weiteren Aussagen bereit.